Nicht mit dem Einfallsreichtum eines Beamten hatte die 52-jährige Schweinfurterin gerechnet.

Wegen fortgesetzter Betrügereien war von der zuständigen Staatsanwaltschaft Landshut eine empfindliche Geldstrafe gegen sie verhängt worden. Weil sie aber keine Zahlung leistete, erwirkte die Staatsanwaltschaft nun beim zuständigen Amtsgericht einen Haftbefehl. Sie konnte jetzt festgenommen werden und sitzt nun ihre Ersatzfreiheitsstrafe von 110 Tagen im Würzburger Frauengefängnis ab.

Nachdem ermittelt werden konnte, dass sie sich aus ihrer Wohnung im Schweinfurter Stadtteil Oberndorf schon vor längerer Zeit abgesetzt hatte, wurde am Mittwochabend ihr neuer Aufenthalt in Erfahrung gebracht. Sie soll zu ihrer Mutter nach Gochsheim gezogen sein. Und siehe da, als die Ordnungshüter gegen 22 Uhr hier klingelten, hielt sie sich auch dort auf.

Nun tat sich aber ein weiteres "Problem" auf, denn sie wollte partout weder die Wohnungstüre öffnen noch mit den Beamten mitgehen. Das einzige "Entgegenkommen" von ihr waren Schimpfwörter, welche sie durch die Türe den Einsatzkräften entgegen schrie.

Als alles Reden mit ihr keinen Sinn mehr machte, entdeckte einer der Polizisten ein kleines, offenstehendes Badezimmerfenster. Kurz entschlossen zwängte er sich mit großem Aufwand und viel Mühen durch die enge Öffnung und stand bald danach vor der jetzt sichtlich verdutzt dreinschauenden Frau in der Wohnung. Nachdem die Sicherheitsbarriere - sprich die geschlossene Wohnungstüre - überwunden war, ließ sich die Frau widerstandslos festnehmen.

Diese Art der "Wohnungsöffnung" kann zudem unter der Rubrik "Einsparmethoden für den Staat" abgeheftet werden. Denn eine Öffnung der verschlossenen Türe durch die Feuerwehr oder eine Spezialfirma wäre mit Sicherheit nicht ganz so billig gewesen.