Auf dem Gelände der Ledward Barracks wird in Schweinfurt die unterfränkische Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge eingerichtet. In der ehemaligen US-Kaserne sollen noch ab 2015 bis zu 500 Asylsuchende untergebracht werden. Das bestätigte Bayerns Sozialministerin Müller am Dienstag.

Müller sprach von einer Ausnahmesituation, in der man sich befinde: "Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat die Prognosen für die neu ankommenden Flüchtlinge in diesem Jahr mehrfach - zuletzt letzte Woche - nach oben korrigiert." Sie betonte, dass man in Schweinfurt wie auch in den anderen sechs Regierungsbezirken "eine sozialverträgliche Einrichtung" schaffen werde, so dass niemand überfordert werde. "Wir brauchen auch die Unterstützung und die Solidarität der Bevölkerung vor Ort", sagte die Ministerin. Die Flüchtlinge hätten oftmals Schlimmes erlebt und müssten deshalb human untergebracht werden.

"humanitäre Verpflichtung"
Schweinfurts Bürgermeister Sebastian Remelé (CSU) sagte, die Stadt sei sich "ihrer humanitären Verpflichtung in der gegenwärtig schwierigen Situation im Bereich der Erstaufnahme von Asylbewerbern bewusst" und stelle sich den damit verbundenen Aufgaben. Die zunächst auf fünf Jahre ausgerichtete Einrichtung stelle "eine für alle Seiten tragfähige Lösung" dar, sagte er. Dadurch werde auch "die Steuerungsmöglichkeit für die weitere Entwicklung der Konversionsflächen seitens der Stadt" erhalten. Er sei zuversichtlich, dass auch die Menschen in Schweinfurt diese Entscheidung mittragen, sagte der Oberbürgermeister.

Außerdem soll in Schweinfurt auch eine Not-Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber entstehen. Unterfrankens Regierungspräsident Paul Beinhofer erklärte, man sei auf die Einrichtung solche Not-Unterkünfte angewiesen, weil die bisherigen Unterkünfte - wie auch die bisherigen Erstaufnahmeeinrichtungen - wegen der steigenden Zahl an Flüchtlingen derzeit hoffnungslos überbelegt sind. Er wollte jedoch nicht bestätigen, dass es bereits eine Einigung für so eine Not-GU auf dem Gelände der ehemaligen US-Kaserne Conn Barracks in Schweinfurt gibt. Die Eignung des Standorts werde "wie der anderer Standorte auch" derzeit geprüft.

Unterfranken war der letzte der sieben bayerischen Regierungsbezirke, der einen Standort für eine Erstaufnahmeeinrichtung benannt hat. Die ehemalige US-Kaserne in Schweinfurt steht damit als siebter und letzter Standort fest - nach den zwei bestehenden Einrichtungen in Zirndorf und München sowie den neuen geplanten in Deggendorf, Regensburg, Bayreuth und Augsburg. Die bayerische Staatsregierung hatte wegen der steigenden Asylbewerberzahlen und der massiven Überbelegung in Zirndorf sowie München beschlossen, in jedem Regierungsbezirk eine Erstaufnahmeeinrichtung einzurichten.