Moment mal, hieß das nicht "Die weiße Massai"? Wer kennt denn nicht die Geschichte von Corinne Hofmann aus der Schweiz, die in den 1980er Jahren nach einem Urlaub in Kenia ihr europäisches Leben aufgegeben hat und mit einem Masai-Krieger in den Busch gezogen ist?! Ganz so extrem ist meine Geschichte nun vielleicht nicht (kleiner Tipp: Nachdem ich diesen Blog schreibe, kann ich schon mal nicht irgendwo in Afrika im Busch sitzen), allerdings gibt es doch einige Parallelen dazu. Was mich auf jeden Fall mit dieser Frau verbindet ist meine Liebe zu Afrika, der Reiz etwas Neues zu entdecken und die Herausforderung mit dem Unverständnis von Freunden und der Familie umzugehen.

Aber was bedeutet denn nun dieses "Chaga"?

Die Chaga sind, genauso wie die Masai, ein afrikanischer Stamm, der in Gebieten im heutigen Kenia und Tansania verbreitet ist. Tansania zählt über hundert dieser Stämme, die alle eine eigene Stammessprache sprechen. Was mich genau mit diesem einen Stamm der Chaga verbindet ist ganz leicht gesagt: die Liebe!

Von Unterspiesheim nach Würzburg

Aber erstmal von Anfang an: Ich heiße Theresa Schmidt und bin 24 Jahre alt. Ich komme aus Unterspiesheim und für diejenigen, die das nicht kennen: Unterspiesheim liegt im Landkreis Schweinfurt. Ich bin in Schweinfurt zur Schule gegangen und habe danach an der Universität in Würzburg Biologie studiert.

Erasmus-Semester ist nicht gleich Sex und Rock'n Roll

Während meines Studiums habe ich im dritten Jahr ein Auslandssemester in Schweden gemacht. Wahrscheinlich denkt ihr euch jetzt "Schweden - das passt ja nun gar nicht zu Afrika" und vielleicht habt ihr damit auch recht, allerdings habe ich in dieser Zeit meine Reiselust entdeckt und die Erfahrung gemacht, dass man sich überall auf der Welt wie zuhause fühlen kann.
Nun ist ein solches Erasmus-Semester, das zumindest für viele Studenten gleichbedeutend ist mit dem alten Slogan "Sex, Drugs and Rock'n Roll", unter der Rubrik ‚Auslandserfahrung‘ im Lebenslauf nicht unbedingt ausreichend. Außerdem ist Schweden ein tolles Land mit netten, freundlichen Einwohnern und einer wunderschönen Natur - jeder, der schon einmal dort war, kann das bestimmt bestätigen.

Nachdem ich in Würzburg meine Abschlussarbeit geschrieben hatte, habe ich mich daher entschieden, den Master an einer Uni in Schweden zu studieren.

Von Würzburg nach Schweden

Ich habe mich an der Universität Uppsala für den Studiengang Infektionsbiologie eingeschrieben. Dabei geht es um Krankheitserreger wie Bakterien, Viren und Parasiten und Sachen wie Antibiotikaresistenz. Ein Highlight des Studiums war unsere Studienreise nach Bangladesch, wo wir zwei Wochen lang Vorlesungen und Praktika in einem Krankenhaus in Dhaka verfolgt haben. Scheinbar war mir das aber an Auslandserfahrung immer noch nicht genug, oder vielleicht hat dieser Besuch auch mein Interesse am Ausland und den fremden Kulturen weiter verstärkt.
Auf jeden Fall stand bald meine Abschlussarbeit an und ich wollte unbedingt etwas Besonderes machen, vielleicht nochmal in ein anderes europäisches Land oder vielleicht auch noch weiter weg?!

Wie ihr euch nun schon denken könnt, bin ich letztendlich in Afrika gelandet, genauer gesagt in Tansania.

Von Uppsala nach Tansania

An der Universität in Uppsala gibt es eine Arbeitsgruppe, die über Malaria forscht und Verbindungen zu einer Gruppe in Mwanza, Tansania hat. Mwanza liegt im Norden von Tansania, direkt am Viktoriasee. Ich war ziemlich spät dran, als ich mich für das Projekt beworben hatte und war daher umso mehr aus dem Häuschen, als ich dann doch die Bestätigung erhalten hatte. Ich würde also tatsächlich nach Tansania fliegen, um dort an der Uni in Mwanza die praktische Laborarbeit für mein Masterprojekt zu leisten.

Ich kann euch jetzt schon verraten, dass ich eine wahnsinnig aufregende Zeit in Tansania verbracht habe. Ich habe viele neue Erfahrungen gesammelt, schöne und traurige (Lebens-)Geschichten gehört und eine Welt entdeckt, die manchmal so anders und manchmal so ähnlich ist wie die Welt, aus der ich komme.

Ich wünsche euch viel Spaß und manchmal vielleicht auch Mut beim Lesen meines Blogs. Bis nächste Woche!