Am Samstagnachmittag wurde in Schweinfurt eine betagte Renterin von zwei Frauen mit einer Umarmungsmasche bestohlen. Laut Polizeiangaben konnte das Opfer lediglich angeben, dass es sich bei den beiden Täterinnen um zwei jüngere Frauen gehandelt hat, die nicht gut Deutsch gesprochen haben.

Kurz nach 15 Uhr verließ das spätere Opfer einen Juwelier in der Wolfsgasse. Es wird vermutet, dass die 91-jährige Schweinfurterin schon länger von den beiden Täterinnen beobachtet worden ist. Kurz nach dem Verlassen des Geschäftes in Richtung zum Roßmarkt wurde sie von zwei jungen Frauen angesprochen. Hierbei hielten sie ihr eine Spendenliste unter die Nase, worauf die Rentnerin irgendetwas von hilfsbedürftigen Kindern lesen konnte. Außerdem sah sie, dass bereits Spendenbeträge von jeweils fünf beziehungsweise zehn Euro darauf notiert waren.

Daraufhin entschloss sich die ältere Dame, ebenfalls zehn Euro zu spenden. Nachdem sie ihre Geldbörse aus der Handtasche holte und das Scheingeld entnahm, wurde ihr ein Kugelschreiber vorgehalten, um zu unterschreiben. Der Stift funktionierte aber schlecht, was sie den Damen mitteilte. Darauf gingen die Betrügerinnen jedoch nicht ein, sondern sie umarmten und küssten die Rentnerin, um sich vermeintlich für die Spende zu bedanken.

Als die Seniorin rund zehn Minuten später in einem anderen Geschäft einen Einkauf bezahlen wollte, merkte sie, dass sämtliches Scheingeld aus ihrem Portmonee fehlte. Beim Verlassen des Juweliers waren noch annähernd 100 Euro in ihrer Börse.

Laut Polizeiinspektion Schweinfurt wendeten die beiden unbekannten jungen Frauen einen bekannten Betteltrick an: Mit den Umarmungen und Küssen haben sie es gemeinschaftlich fertig gebracht, der alten Dame unbemerkt das gesamte Papiergeld aus dem Geldbeutel zu ziehen.