HSC Bad Neustadt - SG Nußloch (Samstag, 19.30 Uhr)

Der Liga-Spielleiter hat es wirklich nicht gut gemeint mit dem HSC Bad Neustadt, denn mit der SG Nußloch hat er dem Schlusslicht der 3. Liga Mitte am dritten Spieltag gleich den dritten Brocken vor die Nase gesetzt. Die seit Saisonbeginn vom bundesligaerfahrenen und 31-fachen Nationalspieler Marc Nagel gecoachten Gäste gelten als Meisterschaftsmitfavorit, wofür nicht nur die Vizemeisterschaft in der Vorsaison spricht. Die Baden-Württemberger gehen auch in diese Saison mit hohen Ambitionen aufs Parkett.

Ihr bekanntester Akteur ist Rückraumspieler Christian Zeitz, der mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft 2007 Weltmeister im eigenen Land wurde. Der 166-fache Nationalspieler feierte mit dem THW Kiel zudem neun deutsche Meisterschaften und holte dreimal den Champions-League-Titel, ehe er sich nach einem Vertragsstreit von den Norddeutschen trennte und in seine badische Heimat zurückkehrte. Aber auch andere Spieler, wie der neue Kreisläufer Lukas Wichmann - in der Sommerpause von den Junioren der Rhein-Neckar Löwen zur SG gestoßen - dürften die HSC Deckung fordern. Dass die Nagel-Sieben aber schlagbar ist, bewies am letzten Wochenende das bisherige Überraschungsteam der Liga, die HSG Bieberau-Modau. Sie entführte beim verdienten 25:19-Erfolg beide Punkte aus Nußloch.

Das hatte nach Ansicht der SG-Verantwortlichen zwei Gründe. Zum einen war der gewohnte Kombinationshandball bei hohem Tempo nur selten zu sehen, zum anderen soll der Innenblock löchrig gewesen sein. Das bestätigte auch HSC-Trainer Chrischa Hannawald nach dem intensivem Videostudium. Trotz der SG-Pleite sieht er den Gegner als Favoriten an. "Das ist eine kompakte Mannschaft, die nach der Niederlage noch motivierter als üblich sein wird". Das verspricht auch SG-Team-Manager Sebastian Körner den Fans. Auf der vereinseigenen Homepage ist von einem angepeilten zweiten Auswärtssieg in dieser Saison die Rede.

Den ersten schafften die Nußlocher beim 31:25-Sieg bei der DHfK Leipzig II. Etwas erstaunlich, dass die SG Nußloch auch in der Auftaktpartie trotz eines starken Keepers Marco Bitz 25 Gegentreffer kassierte. 25 Tore erziele der HSC Bad Neustadt vor acht Tagen auch in Baunatal. "Wobei die Quote wesentlich besser ausgefallen wäre, wenn wir uns nicht 16 technische Fehler erlaubt hätten", ärgerte sich Hannawald. Auch diese Ballverluste wurden nachträglich analysiert, "es waren zum Teil katastrophale Leichtsinnsfehler, die wir am Samstagabend und auch für den Rest der Saison unbedingt vermeiden müssen", fordert er von seinen Jungs. Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass in Baunatal nur mit vier Treffern Unterschied verloren wurde (25:29). "Bei mehr Konzentration hätten wir mindestens einen Punkt mitnehmen können und auch müssen".

Ein Grund für dieses Fehlverhalten glaubt der erfahrene Trainer darin zu sehen, dass zwischen Bayernliga und 3. Liga doch ein erheblicher Niveau-Unterschied besteht. "In der Bayernliga wurden solche Schnitzer nicht so schnell bestraft, in der 3. Liga münden sie fast zwangsläufig in Gegentreffer".

In personeller Hinsicht hat sich die Lage bei den Saalestädtern verbessert. "Vilim Leskovec ist wieder fit, ob Leon Rastner am Samstag mitwirken kann, wird sich nach dem Abschlusstraining entscheiden. In der nächsten Woche steht er dann auf jeden Fall wieder im Kader", sagt Hannawald. Sein Kollege Nagel muss in Bad Neustadt auf Jochen Geppert, der an einer Zerrung laboriert, verzichten.