HSC Bad Neustadt - HT München 27:17 (11:9).

Keine Blöße gaben sich die "Rotmilane", zum Rückrundenauftakt feierten sie einen klaren Sieg gegen die Spieler aus Unterhaching und Taufkirchen. Dass dieser so deutlich ausfiel, war vor dem Anpfiff nicht zu erwarten, denn die personelle Situation hatte sich noch einmal verschärft. Im Abschlusstraining hatte sich Keeper Nick Weber einen Bänderriss im Fuß zugezogen und musste kurzfristig durch den jungen Moritz Rubner ersetzt werden, und ziemlich früh im Spiel musste Vilim Leskovec wegen einer Zehenverletzung passen. Auf der Bank saß mit Maximilian Kalliske ein einziger einsatzfähiger Spieler.

Die erste Halbzeit verlief entsprechend holprig. Angesichts der Personalnot konnte der gewohnte Tempohandball nicht aufs Parkett gebracht werden, von Tempohandball war aber auch bei den Gästen nicht die Rede. "Wir haben einige Leistungsträger wie unseren Torjäger Richard Wöss nicht mitgenommen und eine Niederlage einkalkuliert, die aber in dieser Höhe vermeidbar gewesen wäre", so HT-Trainer Christian Sorger. Zu Ende der ersten Halbzeit schaffte der Favorit erstmals eine Zwei-Tore-Führung, die höher hätte ausfallen können, wenn von der Siebenmeterlinie erfolgreicher getroffen worden wäre. Gary Hines und Ioannis Fraggis vergeigten insgesamt drei Strafwürfe, was dazu führte, dass nun auch Maximilian Drude an die Linie treten darf.

Linus Dürr überzeugt

Auf Seiten des HSC bewies Neuzugang Linus Dürr, dass er auf Linksaußen eine wirkliche Verstärkung werden kann. "Der Junge hat sich unheimlich schnell integriert, bringt seine gute handballerische Ausbildung zum Tragen und setzt jede Anweisung sofort um", lobte HSC-Trainer Chrischa Hannawald. Auch in der Deckungsarbeit überzeugte der 18-Jährige und trug sich schließlich mit drei Treffern, jeweils nach Kontern, in die Torschützenliste ein. Die Vorentscheidung in diesem Spiel fiel zu Beginn der zweiten Halbzeit mit einem 5:1-Lauf der Saalestädter, nicht zuletzt dank starker Paraden von Keeper Felix Schmidl.

Die Rhöner schaukelten den Vorsprung trotz diverser Zeitstrafen gekonnt über die Zeit, blicken allerdings mit Besorgnis dem kommenden Wochenende entgegen, wenn sie zum Tabellendritten nach Friedberg reisen. "Da müsste es bei mir eigentlich gehen", informierte Nick Weber im Foyer. Auch Konstantin Singwald zeigte sich hinsichtlich eines Einsatzes hoffnungsvoll. "Was die Jungs geleistet haben, macht mich megastolz. Sie haben nicht nur Moral gezeigt und trotz aller notwendigen Improvisierungen erfolgreichen Handball gespielt", sagte Hannawald in der Pressekonferenz.

Tore für den HSC: Gary Hines (8/2), Ioannis Fraggis (7/1), Maximilian Drude (5/1), Linus Dürr (3), Franziskus Gerr (3), Julian Bötsch (1).