TSV Großbardorf - DJK Don Bosco Bamberg 1:3 (0:2). Tore: 0:1, 0:2 Johannes Rosiwal (4., 31.), 0:3 Christopher Kettler (53.), 1:3 Xaver Müller (83.). Rot: Andre Rieß (69., Großbardorf).
Die Tabellenführung des TSV Großbardorf in der Bayernliga Nord hielt nur einen Spieltag. "Der Dreier der Gäste war hochverdient. Sie waren aggressiver, schneller, auch gedanklich schneller und stärker im Zweikampf", urteilte TSV-Coach André Betz. Und: "Die Gäste holten sich fast alle zweiten Bälle. Heute haben meine Jungs leider nicht das umgesetzt, was wir vorgegeben hatten. Wir wollten unsere Angriffe über die Mitte aufbauen, haben aber fast nur lange Bälle gespielt." Da die Bamberger aber die absolute Lufthoheit besaßen, kamen diese weiten Schläge postwendend zurück. Zudem waren die Gäste am Ball wesentlich sicherer, während den Hausherren an diesem Tag wiederholt ungewohnte technische Patzer unterliefen. Woran lag es aber, dass die Hausherren vor der für TSV-Verhältnisse großen Zuschauerzahl von 450 eine so mäßige Leistung ablieferten? Zum einen waren die Bamberger das weitaus bessere Team, zum anderen schockte der frühe Rückstand die Grabfeld-Gallier derart, dass sie zu keinem Zeitpunkt ihr in den ersten sechs Partien gezeigtes Passspiel aufzogen. Die Gäste waren stets ganz nahe am Mann und nahmen die Mittelfeldachse des TSV mit Stefan Piecha und Dominik Zehe weitgehend aus dem Spiel.


Schönwiesner wird gestoppt

Außerdem hatte sich auch bis Bamberg herumgesprochen, dass beim TSV in den ersten Spielen besonders Björn Schönwiesner mit seinen acht Saisontreffern herausragte. Folglich wurde er sofort bei Ballannahme gedoppelt und kam kaum einmal zu einer gefährlichen Aktion. Mit einer Ausnahme: Nach einem Schussversuch von Stefan Piecha prallte das Leder zu ihm, eine schnelle Drehung um den Abwehrspieler und ein sofortiger Abschluss, aber DJK-Schlussmann Julian Glos war im bedrohten Eck und rettete per Fußabwehr (17.). Zu diesem Zeitpunkt führten die Gäste schon mit 1:0. Nach einem unnötigen Ballverlust und anschließendem Foul von Mert Topuz hob Johannes Rosiwal den Ball elegant über die Mauer ins Eck, ein einfaches Tor. Noch einfacher das 0:2. Ein langer Schlag aus der Abwehr erreichte wieder Rosiwal, der zwei Abwehrspieler austanzte und TSV-Keeper Julian Schneider keine Abwehrchance ließ.


Wieder Rot für Rieß

Danach änderte Betz sein Spielsystem von 4-1-4-1 auf 4-4-2, aber ohne Erfolg. Nach einer lauteren Pausenansprache ihres Trainers wollten die Hausherren möglichst schnell den 1:2-Anschluss herstellen, wurden aber baldigst ausgebremst. Der aufgerückte Innenverteidiger Christopher Kettler wuchtete einen Hoffmann-Eckball ungehindert zum 0:3 in die Maschen. Damit war die Partie endgültig entschieden, zumal Schiedsrichterin Annette Hanf (Stein) nach 67 Minuten André Rieß wegen einer angeblichen Tätlichkeit die Rote Karte zeigte. "Das war kein Frustfoul und keine Absicht", beteuerte der Sünder. Selbst Gästetrainer Mario Bail unterstellte Rieß, der damit schon zum zweiten Mal in der Saison des Feldes verwiesen wurde, keinerlei Absicht. Gelb hätte auch gereicht, so der allgemeine Tenor.
In Unterzahl aber zeigten die Platzherren doch noch etwas Positives: Sie ergaben sich nicht in ihr Schicksal, sondern versuchten, zumindest den Ehrentreffer zu erzielen. Und das gelang auch verdientermaßen, wie auch Bail bestätigte. Nach einer Freistoßeingabe, die zu Xaver Müller durchrutschte, erzielte der 20-Jährige mit seinem ersten Bayernligatreffer überhaupt das 1:3-Endergebnis. "Das war ein gebrauchter Tag und schade für die Zuschauer. Aber leider hat einiges zu hundert Prozent gefehlt. Wir werden aber ruhig weiterarbeiten und versuchen, am Samstag die drei Punkte aus Sand zu entführen", gab sich Betz gleich wieder kampfeslustig.
Großbardorf: Schneider - Zang, Topuz, Hölderle (80., Mangold), Heusinger - Piecha - Rieß, Zehe, F. Dietz, Schönwiesner (74. Müller) - Snaschel (72. Fleischer).