TSV Großbardorf - SV Seligenporten 2:1 (1:0). Tore: 1:0 Björn Schönwiesner (32., Foulelfmeter), 1:1 Marco Wiedmann (48.), 2:1 Andre Rieß (65.).
Es war ein hartes Stück Arbeit und ein echtes Geduldsspiel, bis der TSV Großbardorf den SV Seligenporten knapp bezwungen und damit den dritten Heimsieg in Folge eingefahren hatte. "Da muss man lange zurückblicken, um eine solche Serie zu finden", sagte Andreas Lampert, der sportliche Leiter des TSV. So lange her ist es freilich gar nicht, in der Saison 2016/17 gewannen die Grabfelder mal sieben Heimspiele in Serie. "Unser Erfolg ist meiner Meinung nach nicht einmal unverdient", sagte Lampert, der die hervorragende taktische Ausrichtung der Elf lobte. "Zwar hatte Seligenporten wesentlich mehr Ballbesitz, aber der TSV hat super dagegengehalten."


Immense Laufarbeit

Bewundernswert, mit welcher Intensität die Mannen von Cheftrainer André Betz die enorme Laufarbeit bewältigten, die durch das dauernde Verschieben notwendig war. Und dies bei den herrschenden Temperaturen. Denn immerhin war es auch das sechste Punktspiel innerhalb von drei Wochen. Diese immense Laufarbeit war aber unbedingt nötig, um Regionalligaabsteiger Seligenporten nicht ins Rollen kommen zu lassen. Dies gab auch SVS-Coach Hendrik Baumgart zu: "Wir respektieren zwar den Großbardorfer Sieg, aber was meine Elf geboten hat, war bemerkenswert. Immerhin hatten wir 80 Prozent Ballbesitz. Immer wieder wollten wir es spielerisch lösen, hatten aber selbst nur wenige Torchancen. Das hat der Gastgeber, der durch sein schnelles Umschaltspiel gefährlich war, verhindert. Wenn du oben stehst, gewinnst du solche Spiele. Wenn du aber unten stehst, fehlt dir dann auch das Quäntchen Glück, um etwas Zählbares mitzunehmen." André Betz räumte ein, dass der Gast spielerische Dominanz hatte, aber "wir haben toll dagegen gehalten. Wir haben von der Qualität, die in der Gästeelf steckt, gewusst".


Fehlervermeidung hat Priorität

Vom Anpfiff von Schiedsrichter Schwarzmann (Scheßlitz) an merkte man beiden Teams die Achtung vor dem Gegner an. Keiner wollte den ersten Fehler machen. Deshalb spielten sich beide erst einmal hinten die Bälle zu. Folge: Es kamen kaum Möglichkeiten zustande. "Für die Zuschauer war es sicher kein berauschendes Spiel", urteilte Großbardorfs Mittelfeldregisseur Dominik Zehe. "Es war eben ein echtes Geduldsspiel. Dass wir die drei Punkte mitgenommen haben, war das Wichtigste."
Den Grundstein zu diesem Dreier legten die Hausherren nach 32 Minuten, eben nach einem schnellen Umschaltspiel. Nach einer Balleroberung schickte Maximilian Zang den nach seiner Sperre wieder mitwirkenden André Rieß, der das Leder flach nach innen passte. Dort war Lukas Dinkel früher am Ball als sein Gegenspieler, der ihn eindeutig von den Beinen holte. Den fälligen Foulelfmeter verwandelte Björn Schönwiesner, sein achter Saisontreffer. Bis zur Pause hatten die Grabfeld-Gallier noch zwei super Möglichkeiten zur Erhöhung. Aber Simon Snaschel scheiterte mit einem Kopfball an einem klasse Reflex von SV-Schlussmann Dominic Dachs und André Rieß rutschte knapp an einer Schönwiesner-Eingabe vorbei.


Schneider ohne Abwehrchance

Nachdem Andreas Bauer das Leder knapp neben das TSV-Gehäuse gesetzt hatte, machte es kurz darauf Marco Wiedmann besser und ließ Keeper Julian Schneider nach einer Unachtsamkeit in der Abwehr keine Abwehrchance - plötzlich hieß es 1:1. Doch in der Folgezeit zeigte sich eine weitere Tugend der Platzherren: "Wir haben ruhig weitergespielt und sind nicht hektisch geworden, da wir um unsere Stärke wussten", blickte Mannschaftskapitän Stefan Piecha zurück. "Wir wissen, dass wir immer ein Tor schießen können. Das bringt die nötige Gelassenheit", sagte Maximilian Zang. Und der rechte Außenspieler der Viererkette sollte Recht behalten. Ein weiter Ball von Mert Topuz erreichte fast an der Grundlinie Dominik Zehe, der den Ball nach innen chippte. Dort traf Simon Snaschel das Leder zwar nur mit dem Knie, der Gästetorwart wehrte ab. Unklar blieb, ob vor oder hinter der Linie. André Rieß drosch den Ball sicherheitshalber zum 2:1 ins Netz. Bis zum Schlusspfiff hatte der Gast weiterhin mehr Spieleanteile, aber ohne zwingende Chancen, die Hausherren einige Kontermöglichkeiten, die man aber nicht sauber zu Ende spielte. Dies war aber auch der einzige Kritikpunkt von Betz: "Diese Konter müssen wir viel besser ausspielen. Sonst aber haben meine Jungs all das perfekt umgesetzt, was wir ihnen aufgetragen hatten. Unser Sieg ist sicher nicht unverdient."
Großbardorf: Schneider - Zang, Topuz, Hölderle, Heusinger - Piecha - Rieß, Zehe, Dinkel (87. Müller), Schönwiesner (73. Poznic) - Snaschel (66. Fleischer).