TSV Aubstadt - 1. FC Nürnberg II 1:1 (1:0). Tore: 1:0 Michael Kraus (36.), 1:1 Lukas Schleimer (90.+1). Der TSV Aubstadt hat nur knapp seinen vierten Heimsieg in der Regionalliga Bayern verpasst. Bis in die Nachspielzeit hinein führte der Aufsteiger gegen den 1. FC Nürnberg II, ehe der Club noch den Ausgleich schaffte. Schiedsrichter Tobias Wittmann traf in der Nachspielzeit beim Stand von 1:0 für den TSV Aubstadt eine sonderbare und folgenträchtige Entscheidung, indem er den Freistoß für den Club zu weit vorne ausführen ließ. Lukas Schleimers Schuss wurde von der Mauer abgefälscht, dadurch für Keeper Christian Mack unerreichbar.

Legt man die Ballbesitz- und Spielanteile sowie die technischen und spielerischen Qualitäten der Nürnberger zugrunde, mag ja die Punkteteilung in Ordnung gehen. Die Mehrzahl und die besseren Chancen aber hatte der Aufsteiger. Und beide Mannschaften zeigten den 1250 Zuschauern ein hochklassiges, packendes und bis zum Schlusspfiff spannendes Fußballspiel, nach dem der Aufsteiger zumindest weiterhin daheim ungeschlagen blieb.

Mintal: "Ergebnis in Ordnung"

Eines vorweg: Es war trotz der sieben gelben Karten (4/3) ein faires, wenngleich hart umkämpftes Spiel. Vielleicht spielte dabei auch die Verteilung der Sympathien eine Rolle. Bei vielen Fans schlugen wahrscheinlich gleich zwei Herzen in einer Brust: eines für den Altmeister, das andere für den Neuling. Trainer und Club-Legende Marek Mintal hielt den Spielausgang "ich denke doch für in Ordnung und verdient. Wir waren schon dominant im Spiel. Aber Aubstadt ist eine gefährliche, sehr robuste Mannschaft, die guten Tempofußball spielen und ein hohes Tempo mitgehen kann. Du merkst, wie kompakt sie steht, wie die Jungs einer für den anderen arbeiten. Wenn sie das 2:0 machen, sind sie durch. Gott sei Dank hat uns unser Torwart in dieser Situation geholfen." Er meinte jene in der 77. Minute, in der zuerst Timo Pitter und wenige Sekunden später Michael Dellinger nur ein paar Meter vor dem FCN-Tor an Benedikt Willert scheiterten.

Nachdem Martin Thomann bereits in der zweiten Minute den Gästekeeper mit einem strammen Schuss getestet hatte, rissen die Nürnberger das Spiel zunehmend an sich, während die Aubstädter, sehr selbstbewusst und mit Leidenschaft von der ersten bis zur letzten Minute kämpfend, zunächst ihr Heil im schnellen Umschaltspiel suchten. Bei einem solchen flankte Thomann von rechts nach innen, wo Christopher Biebers Flugkopfball (14.) knapp neben den Pfosten ging.

Kraus mit viel Gefühl

Beim 1:0 für den TSV half die jugendliche Wildheit Nürnberger U23-Mannschaft etwas mit. Torwart Willert rannte beim Klären einer Flanke gleich zwei seiner Verteidiger um und kam dabei zusammen mit ihnen zu Fall. Den Ball nahm Michael Kraus knapp 25 Meter vor dem Tor volley und hob ihn über dieses Trio hinweg mit viel Gefühl ins leere Tor zum Halbzeit- und beinahe auch Endstand. Den Ausgleich hatte Linus Rosenlöcher (43.) erstmals auf dem Fuß, hob den Ball, als der Schiedsrichter Vorteil gelten ließ, aber übers Kreuzeck.

Pitter macht Tempo

An den Spielanteilen änderte sich nach der Pause zunächst wenig. Arman Ardestani köpfte Mario Suvers Flankemnall über die Latte. Im Gegenzug kam Michael Dellinger zum Abschluss seines Solos nicht sauber genug hinter den Ball, scheiterte an Willert. In der mittleren Viertelstunde der zweiten Halbzeit schienen die Gäste in ein Loch gefallen zu sein und der Heimsieg durch ein zweites und drittes Tor möglich. Mit Pitter kam frisches Tempo ins Spiel, die Aubstädter Möglichkeiten nahmen an Quantität und Qualität zu. Die Führung war zu dem Zeitpunkt verdient. Doch dann bekamen die Jung-Profis die dritte Luft, kamen aber über ein Abseitstor nicht hinaus, weil sich die Aubstädter mit purer Leidenschaft dem immer noch hohen Tempo- und Kombinationsfußball entgegen stemmten.

Jener späte Ausgleichstreffer zauberte dann doch noch ein Lächeln ins Gesicht des Marek Mintal. Während Josef Francic aber "auch nicht ganz unzufrieden war. Wir müssen das Ding mit den zwei Chancen von Dellinger und Pitter zumachen, dann ist das Spiel entschieden. Mit einem abgefälschten Freistoß muss man immer rechnen. Aber unsere Gesamtleistung war in Ordnung: viel Leidenschaft, viel unterwegs, viel Geduld. Ja, die waren noch einen Tick stärker als Augsburg. Aber wir können mit dem Unentschieden leben. Wir können mithalten." Aubstadt: Mack - Behr, Köttler, Grader, Feser - Trunk (73. Volkmuth), Müller - Thomann, Kraus, Dellinger (83. Schmidt) - Bieber (60. Pitter).