Wacker Burghausen - TSV Aubstadt (Samstag, 14 Uhr) Zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte machte sich der TSV Aubstadt zu einem Auswärtsspiel schon am Vortag, also am Freitag, auf die Reise. Sie führte an die österreichische Grenze nach Burghausen im Landkreis Altötting. Übernachtet wurde in Waging am See. "Wir können diese sechs- oder mehrstündige Anreise vor dem Spiel vermeiden, ausgeruht ins Spiel gehen und unsere Mannschaftsbesprechung am Vorabend im Hotel durchführen", freute sich Trainer Josef Francic.

Die Verantwortlichen haben gelernt aus den Reisen nach Buchbach und Illertissen mit Staus und verspäteter Ankunft. "Auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten", so Francic. Wir werden für die bestmögliche Vorbereitung gesorgt haben, wenn wir auf den Platz gehen."

Vergangenheit im Profifußball

Dieser Platz befindet sich in einem Stadion mit eine Fassungsvermögen von 10 000 Zuschauern, davon 3350 Sitzplätze. Die Wacker-Arena wurde vom ortsansässigen Chemiewerk erbaut und sah den SV Wacker Burghausen darin fünf Jahre 2. Liga, sechs Jahre 3. Liga und sechs Jahre in der Regionalliga spielen. Natürlich ist die Rückkehr in den offiziellen Profifußball das erklärte Ziel. In der vergangenen Saison wurde man hinter dem FC Bayern München II und dem VfB Eichstätt Dritter.

Mit Wolfgang Schellenberg hat man der Werksmannschaft vor 15 Monaten einen Trainer vorangestellt, der zweierlei erreichen soll: den Erfolg und die Förderung von Talenten. Sieben Jahre hat er bei 1860 München in der U17 und U19 gearbeitet, Bundesliga- und Nationalspieler hervorgebracht: Julian Weigl, die Bender-Zwillinge Lars und Sven, Florian Niederlechner, Julian Baumgartlinger, Kevin Volland und Philipp Max sind durch Schellenbergs Schule gegangen.

Die aktuelle Wacker-Mannschaft wird von den Routiniers Christoph Buchner (30) und Muhamed Subasic (31) angeführt, besteht ansonsten aus 20- bis 25-Jährigen. Der bisherige Saisonverlauf entspricht noch nicht den Ansprüchen der Oberbayern. Elfter sind sie mit 20 Punkten aus sechs Siegen, zwei Unentschieden und sieben Niederlagen. Die Spiele in Eichstätt (1:2) und gegen Türkgücü München (1:2) wurden unglücklich verloren. Davor gelangen ein 0:0 in Bayreuth und ein 2:0 gegen den 1. FC Nürnberg II.

"Sie werden sicherlich einen gewissen Druck verspüren", schätzt Francic. "Den verspüren wir auch, aber einen positiven." Das letzte Spiel gegen Greuther Fürth II (2:0) war vielleicht der bisherige Gipfel der tollen Vorstellungen der Aubstädter in den letzten Wochen. Vier Siege und drei Remis bei einer Pleite holte der Aufsteiger aus acht Spielen - eine bemerkenswerte Bilanz.

Platz sieben mit zehn Punkten Vorsprung auf den ersten Relegationsplatz sind zwar keine Garantie auf den Klassenerhalt, aber ein beruhigendes Polster. Josef Francic: "Es ist zurzeit sehr schön bei uns. Die Zeit muss man genießen. Man muss sich auch bewusst sein, wenn es einem gut geht. Wir sind aber auch vorbereitet darauf, wenn es uns einmal schlechter geht." Dabei blickt er in seinen Kader: "Man hat gesehen, dass vor allem einige ältere Spieler eine Zeit gebraucht haben, wie etwa der Daniel Leicht, bis sie in der Liga richtig ankamen."

Bieber fällt noch aus

Verzichten muss Francic in Burghausen erneut auf Christopher Bieber (Wade), der Dienstag wieder ins Mannschaftstraining einstieg, und auf Christian Köttler (Oberschenkel). "Manche Spieler von uns haben schon Träume. Die Mannschaft insgesamt ist aber bodenständig und weiß, dass wir zurzeit eine Sternstunde erleben." Und sie habe diese Woche hart, vielleicht härter als sonst, trainiert, "weil das momentan alles etwas leichter fällt." rd