ESV Lok Pirna - HSC Bad Neustadt 24:27 (10:16).
Die Lok-Akteure gerieten verdient und gehörig unter die Räder. Mit vier Treffern in den letzten Minuten, die Gäste agierten da zeitweise in doppelter Unterzahl, schönte der ESV den zeitweiligen Sieben-Tore-Rückstand. Unrühmlich aus Sicht der Unterfranken war lediglich die Rote Karte für Goran Djuricin, die verbunden ist mit einer Sperre für das kommende Heimspiel gegen Burgdorf II. Eine regelgerechte Strafe nach einer Zeitstrafe für den HSCler in der letzten Minute.

Nach dem Abpfiff einer insgesamt fairen Auseinandersetzung waren sich beide Trainer einig, dass die Vorentscheidung im Prinzip schon nach fünf gespielten Minuten gefallen war. Bis dahin hatten die Hausherren, die im Angriff unentschlossen wirkten und in der Defensive eher einem Schweizer Käse glichen, noch gar nicht getroffen, der Gast aber durch Lukas Böhm, Jan Wicklein und Franziskus Gerr schon dreimal. Diesem 0:3-Rückstand hechelten die Erzgebirgler für den Rest des Matches hinterher, der Ausgleich sollte nie gelingen. Nah dran war man nach dem 2:3, doch dann wurde eine an diesem Abend weitere Schwäche deutlich: Die Strafwürfe wurden zu selten verwertet, von sieben zugesprochenen fanden gerade einmal drei ihr Ziel. Dies lag natürlich auch an den Reflexen von HSC-Keeper Felix Schmidl, der dem heimischen Experten Vladan Kovanovic gleich bei dessen beiden ersten Versuchen das Nachsehen gab. Jan Wicklein zeigte sich dagegen wie schon in der Vorwoche an der Linie stabil und hatte keinen Fehlversuch zu beklagen. Die Gäste nutzten die Schwächen der Einheimischen, die laut Coach Petr Hazl eines der schlechtesten Saisonleistungen zeigten, jedenfalls konsequent.

Die Rot-Weißen setzten ihr Tempospiel auch nach dem Wiederanpfiff fort. "Wir haben weiter flüssig kombiniert, haben in der Abwehr wenig zugelassen und konnten auf unsere Torhüter bauen, die alle mindestens einen Strafwurf pariert haben", sagte HSC-Trainer Margots Valkovskis. Auch von den Rängen gab es diesmal nicht die gewohnte Unterstützung für die Heim-Sieben. Die Minuskulisse (267) war weit davon entfernt, für eine "Hölle-Ost-Atmosphäre" zu sorgen. sbp
Tore für den HSC: Jan Wicklein (8/5), Lukas Böhm (6), Vilim Leskovec (5), Franziskus Gerr (4), Michal Panfil (1), Maximilian Schmitt (1), Emil Feuchtmann (1), Goran Djuricin (1).