Vor allem bei Stefan Zehfuß, Karl Fiedler und Dietbert Schmitt, die sich an die Anfangszeit im Mai 2009 erinnern, als sie in Schitkowitschi eine kleine Kirche entdeckten, die sich allerdings als Baustelle herausstellte.

Der dortige Pfarrer feierte die Gottesdienste in einer Notkirche, einer Garage, weil für die Fertigstellung der sich seit zehn Jahren im Rohbau befindlichen Kirche kein Geld mehr vorhanden war. "Da muss etwas getan werden und das schaffen wir auch - irgendwie!" sagte Stefan Zehfuß Initiator der Aktion Kinder aus Schitkowitschi -Hilfe nach Tschernobyl e.V. Seit vielen Jahre fahren er und seine zahlreichen Helfer Hilfsgüter in das verstrahlte Gebiet, nahe des ehemaligen Atomkraftwerks Tschernobyl.

Kinder von dort kommen ebenfalls seit Jahren zu einem vierwöchigen Aufenthalt in den Landkreis Rhön-Grabfeld. Eine Kirche fertig zu stellen, das war eine Aufgabe, der sich einige Katholiken mit Unterstützung von Pfarrer Mathiowetz und der Diözese Würzburg stellten Sie brachten in Eigeninitiative dieses schwierige Projekt zu einem glücklichen Ende. Der Vorsitzende zeigte sich erfreut, dass durch die Unterstützung der katholischen Kirche auch die Hilfsaktionen für Bedürftige profitierte, weil zwei LKW Fahrten für den Transport des Kircheninventars von katholischen Institutionen gesponsort wurden. Dadurch konnte der Verein zwei mal kostenlose Zuladung machen, was die Spendenkasse sehr entlastete und dadurch mehr Hilfe geleistet werden konnte. Zu Hause angekommen nahm Zehfuß zunächst Kontakt mit Pfarrer Frank Mathiowetz auf und fand in ihm spontan eine Unterstützer.

Unter anderem knüpfte er Kontakt zur Diözese Würzburg und dort zu Renovabis und weiteren wichtigen Stellen. Rund 7000 Euro mussten aufgebracht werden. "Eine unvorstellbare Summe für die Menschen in Schitkowitschi" und den dortigen Pfarrer Vitalis Myschona, sagte Stefan Zehfuß. Er war sich allerdings sicher, dass die Summe zusammenkommt und machte sich auf die Suche nach Sponsoren. Hinzu kam natürlich der Arbeitseinsatz in Schitkowitschi. Die Wandfarbe, das Silikon, der neue Zaun oder auch die Fliesen wurden ebenso von Firmen aus Rhön-Grabfeld gespendet wie vieles mehr.

Schließlich war nicht nur der Innenraum auszubauen, sondern auch das Dach war desolat und musste instand gesetzt werden. Nach und nach wurde im Innern der Boden betoniert, Platz für die Bänke geschaffen und auch der Altarraum fertig gestellt. Nun war es an der Zeit an die Einrichtung zu denken. Zum Glück wurde die Kapelle der Erlöserschwestern in Würzburg aufgelöst und die Einrichtung konnte übernommen werden. Vom Kreuzweg über verschiedene Heiligenfiguren bis hin zum Tabernakel, den Messgewändern oder auch den liturgischen Gegenständen konnte alles nach Weißrussland gebracht werden. Selbst die kleine Orgel der Kapelle steht nun auf der Empore der Kirche von Schitkowitschi.

Was noch fehlte, waren Bänke. Die bekam man von den Erlöserschwestern aus Bad Kissingen, wo die Kapelle aufgelöst wurde. Aus sechs langen Bänken wurden 14 kleinere Bänke, die in Wollbach entsprechend zusammengezimmert wurden. In Bad Kissingen wurden die Bänke abmontiert und zur Ziegelei Gessner nach Unsleben gebracht. Namen wie Karl Fiedler, Ludwig Reichert, Robert und Walter Gans, Norbert Vöth aus Wülfershausen, Norbert Sturm, Walter Möser, Rudi Schneyer, Herbert Zwierlein, Stefan Manger und Dellert aus Wechterswinkel nennt Zehfuß.

Sie haben ehrenamtlich geholfen und eine weitere erfreuliche Tatsache: Die Firma Söder in Waldberg bezog die Sitzkissen und Kniebänke neu. Sogar der Betstuhl wurde neu bezogen. Währenddessen wurden aus zwei Türen an der Kirche, die notdürftig aus Brettern zusammengenagelt waren, neue Türen und auch die Außentreppen waren gefliest. "Die Lampen für die Kirche in Schitkowitschi kommen aus der Heustreuer Kirche", sagte Pfarrer Frank Mathiowetz.

Für Pfarrer Frank Mathiowetzihn war es durchaus etwas Besonders mit am Altar zu stehen und das Meßopfer mit zu feiern. Stefan Zehnfuß war als Lektor aktiv. Pfarrer Mathiowetz hatte auf einem roten Kissen symbolisch den Schlüssel der Kirche, den er an den Weihbischof überreichte. Die Kirche in Schitkowitschi ist dem Heiligen Josef geweiht und das Altarbild zeigt den "barmherzigen Jesus", das Bild wurde von einer Rhöner Bürgerin gespendet.