Schöne Tradition ist, dass stets auch die langjährigen Wegbegleiter der Gruppe zu den Treffen kommen: Josef Bocklet, der einst die Selbsthilfegruppe aus der Taufe heben half, ebenso wie Klaus Wutke, der sich noch immer aktiv um die Betroffenen kümmert. Wer diese Selbsthilfegruppe je einmal selbst besuchte, ist jedes Mal erstaunt ob des liebevollen Blumenschmuckes auf den Tischen, diesmal weihnachtlich mit Kerzen und Engeln.

Vorbildlich nannte Wutke die Arbeit von Dorothea Schneider, die von Anbeginn die Selbsthilfegruppe leitete und auch noch in jetzt fortgeschrittenem Alter liebevoll betreut. Beide Mediziner werden nicht müde, ihren Patienten Mut zuzusprechen. Heutzutage bräuchte sich niemand mehr vor der Diagnose Krebs zu fürchten, denn es gebe stetige Fortschritte in der Medizin.

Geradezu zum Standbein in der Nachbehandlung seien Selbsthilfegruppen geworden, ohne die man heutzutage gar nicht mehr auskomme. Die Mitglieder hätten eine natürliche "Kompetenz des Betroffen-Seins", sie verfügen über wichtige menschliche Komponenten im zwischenmenschlichen Alltag, die im oftmals technischen Getriebe des Krankenhausaufenthaltes leicht untergehen können.

Die Medizin kann nicht aufrichten

Diese Menschlichkeit sei von ungeheuer großem Wert, denn die Medizin vermag zwar zu heilen oder wenigstens zu lindern, aber Aufrichten könne sie die Betroffenen dabei eher nicht. Die Selbsthilfegruppe ist deshalb so wertvoll, weil die Betroffenen in der Gemeinschaft Probleme bewältigen lernen, die alleine unüberwindbar erscheinen.

Trotz eigener politischer Verpflichtungen hatte sich Landrat Thomas Habermann Zeit genommen, der Gruppe und "dem lieben Dorle" einen Besuch abzustatten. Die Selbsthilfegruppe zählt zu den ältesten im des gesamten Freistaat und zugleich auch zu den zahlenmäßig stärksten.

Menschen neigen nur allzu verständlich dazu, sich nur dann Sorgen und Gedanken um ihre Gesundheit zu machen, wenn es an ihr mangele. Wie leicht werde doch das Wort Gesundheit ausgesprochen - selbstverständlich sei sie indes ganz und gar nicht, stellte der Radiologe Siegfried Gimpel fest.

Positive Haltung wirkt Wunder

Er fühlte sich nach eigenem Bekunden schon richtig heimisch bei den Treffen der Gruppe, denn positive Einstellungen im Einklang mit entsprechender medizinischer Behandlung könnten manchmal sogar Wunder bewirken, sprach er der Runde ebenfalls Mut zu.

Als dritte Bürgermeisterin der Kreisstadt hatte Rita Rösch die Geschichte vom Engel ohne Flügel mitgebracht. Der kam zwar nur in ganz kleinen Schritten mühsam voran, aber er schaffte es dennoch ins Ziel. Das wünschte Rösch auch allen Anwesenden. Die Kindergartenkinder erfreuten mit frischen Weihnachtsliedern.

Eigentlich wollte Gerhard Hausmann, wie seit vielen Jahren üblich, die SHG auch bei dieser Weihnachtsfeier begleiten, doch nach seiner erst kürzlich erfolgten Verabschiedung aus der Christuskirche Bad Neustadt steckt er mitten im Umzugsstress. Noch dazu hatten ihn Verkehrsprobleme erst verspätet zu seiner ehrenvollen Verabschiedung von der Gruppe kommen lassen.