Seit kurzem erstrahlen Marktplatz und Rathausvorplatz von Fladungen im weichen Licht der neuen LED-Technik. Damit geht Fladungen mit einigen weiteren Rhöner Gemeinden als leuchtendes Vorbild in Sachen Umweltschutz voran. LEDs sind deutlich sparsamer im Energieverbrauch, das geringere, stark gerichtete Licht unterstützt das Projekt "Sternenpark Rhön", mit dem die ARGE Rhön den Nachthimmel von Lichtverschmutzung befreien will.
Eine Besonderheit der Umrüstung in Fladungen bildet die Wiederverwendung der in den 1970er Jahren installierten Nostalgielampen. Die Experten der Überlandwerk Rhön GmbH haben eine Lösung gefunden, wie die moderne LED-Technik kostensparend in den Lampenbestand eingebaut werden konnte.

Der als sehr kritisch bekannte "Lichtpapst" Dr. Andreas Hänel von der Fachgruppe Dark Sky lobt die Umrüstung der Bestandslampen auf LED-Technik: "Durch die Installation einer Platine mit LED im Dach der Leuchte ist eine erhebliche Reduzierung des nach oben abgegebenen Lichtanteils zu erreichen, wie die Testinstallationen in Fladungen zeigen."

Als weiteren Vorteil des Fladunger LED-Modells weist der Experte auf den deutlich geringeren Strombedarf hin. "Durch das gerichtete Licht der LED-Platinen dürfte zudem eine mindestens 50 Prozent geringere Lichtmenge und damit Anschlussleistung notwendig sein, um die gleiche Beleuchtungsstärke auf der Verkehrsfläche zu erhalten", so Hänel. Auch Matthias Müller, Leiter der Bezirksstelle Streutal der Überlandwerk Rhön GmbH, ist stolz auf die Stromersparnis: "Wir haben nun in Fladungen eine LED-Technik mit effizientem Linsensystem verbaut. Die Leistung der vorher mit Quecksilberdampflampen bestückten Leuchte mit 96 Watt Leistung wird nun auf 21 Watt Leistungsaufnahme reduziert". Zusätzlich ist in den Nachtstunden eine weitere Reduzierung um 50 Prozent auf etwa elf Watt vorgesehen. Durch die optimale Lichtlenkung des Linsensystems ist trotz des geringeren Lichtstroms eine bessere Beleuchtungsqualität als vorher möglich. Die Farbtemperatur entspricht mit 3000 Kelvin (Warmweiß) auch den Vorgaben des Sternenparks.

Auch das soeben komplett sanierte Rathaus wird nun energiesparend in Szene gesetzt. Aufgrund der wesentlich kürzeren Betriebszeiten kommt bei der Beleuchtung der Fassade die neue LED-Technik hier nicht zum Einsatz. Stattdessen wurden die 17 Bodeneinbaustrahler herkömmlicher Technik (Halogenmetalldampf) auf 35 Watt begrenzt. Dafür konnte jedoch die Hängeleuchte in den Arkaden im Eingangsbereich des Rathauses mit 20 Stück High Power LEDs bewusst überdimensioniert werden, erläutert Matthias Müller abschließend.

Weitere Informationen gibt es unterwww.uew-rhoen.deoder Telefonnummer: 09776/61-0.

von Ute Ritzmann