Von August bis November hatten die Rhöner die Möglichkeit in einer Online-Befragung ihre Wünsche, Erwartungen sowie Anregungen und Kritik zum Biosphärenreservat Rhön kund zu tun. 1.839 Personen aus allen Regionen nutzten diese Gelegenheit. Nun liegt die Auswertung der Umfrage vor, die Ergebnisse werden in das neue Rahmenkonzept des Biosphärenreservates einfließen.

Die Online-Befragung ist Bestandteil eines umfassenden Arbeitsprozesses, an dem unter anderem elf thematische Arbeitsgruppen tätig sind. Wichtig war den Verantwortlichen aber auch die Meinung der vor Ort lebenden Menschen zu erfahren. Lisa Majewski, Projektverantwortliche der Online-Befragung stellte die wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse vor. Die größte Beteiligung fand die Umfrage bei den 40- bis 55-Jährigen mit 40 Prozent. Mit 25 Prozent beteiligten sich die 26- bis 39-Jährigen und mit acht Prozent die 18- bis 25-Jährigen.



Die einzigartige Natur erhalten

"Im Großen und Ganzen bewerten die Teilnehmer die nachhaltige Entwicklung im Biosphärenreservat Rhön der letzten Jahre als positiv. Ihrer Meinung nach werden hier Landschaften, Lebensräume, Tiere und Pflanzen besonders geschützt und erhalten. Viele wünschen sich auch für die Zukunft einen weiteren Schutz der - wie oft geschrieben - "einzigartigen" Natur", sagte Majewski. "Umgekehrt sind viele bereit, durch ihr Verhalten in der Natur einen Beitrag zu Umwelt- und Naturschutz zu leisten. Dazu gehört beispielsweise keinen Müll auf den Wanderwegen zu hinterlassen oder Naturschutzvorschriften einzuhalten."



Kernaufgabe Arten- und Biotopschutz

Tatsächlich scheine der Arten- und Biotopschutz für die meisten Befragten eine Kernaufgabe von Biosphärenreservaten zu sein. Die Mehrheit der Teilnehmer (65 Prozent) gebe zudem an, dass sie das Biosphärenreservat Rhön mit dem Schutz der Natur und Landschaft verbinden.
Dass in Biosphärenreservaten, wenn man von "Modellregionen nachhaltiger Entwicklung" spreche, nicht nur die ökologische, sondern auch die soziale und ökonomische Nachhaltigkeit wichtig sei, wissen viele der Teilnehmer. So verbinden 63 Prozent das Biosphärenreservat mit dem Begriff "Heimat". "Dass meine Heimat erhalten bleibt und sich so weiterentwickelt, dass ich den Ruhestand dort genießen kann und keine langen Wege für den täglichen Bedarf habe", so eine Aussage zu den Erwartungen an die Zukunft.
Ein weiterer schrieb hierzu: "Ich erwarte, dass die Kinder und Jugendlichen in ihrer Heimat eine Zukunft haben." Demographische Veränderungen werden von den Teilnehmern als sehr schwerwiegend empfunden.



Große Bereitschaft für ehrenamtliches Engagement

Die Mehrheit der Befragten gebe zudem an, das Miteinander in den Kommunen würde zwar schon gefördert werden, aber noch nicht genug. Positiv sei wiederum, dass viele bereit seien, sich durch ehrenamtliches Engagement in ihrem Dorf oder in ihrer Stadt für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen zu wollen.



Stärkung der heimischen Wirtschaft gewünscht

Auch zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region gebe es prägnante Aussagen, so Majewski. "Viele wünschen sich für die Zukunft eine Stärkung der heimischen Wirtschaft. Vor allem die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen sei hierbei sehr wichtig." Hierdurch schließe sich der Kreis zum demographischen Wandel, denn durch Arbeitsplätze werden notwendige Lebensgrundlagen gesichert und einer Abwanderung der jungen Bevölkerung entgegengewirkt.
Für eine Stärkung der ortsansässigen Betriebe und somit der regionalen Wirtschaftskreisläufe in ihrer Heimat bekunden viele ihre Bereitschaft, in Zukunft vermehrt regionale Produkte zu konsumieren.



Ziele und Aufgaben bekannt

Dass das Biosphärenreservat mit seinen Zielen und Aufgaben bei den Teilnehmern der Onlinebefragung angekommen sei, zeigen auch die vielen Projekte, die genannt wurden. Am häufigsten wurden der Sternenpark und die Dachmarke Rhön sowie zahlreiche Artenschutzprojekte wie Rotmilan, Birkhuhn, Wildkatze oder Rhönschaf genannt. Für die Zukunft wünschen sich viele mehr Information zu und Beteiligung an den Prozessen in ihrer Heimat.
Alle Informationen zum Prozess der Erstellung des neuen Konzepts und zur Onlinebefragung werden in Kürze auf der Homepage www.biosphaerenreservat-rhoen.de/wie-ist-der-plan zur Verfügung gestellt.



Vortrag am 20. Juli

Zudem werden im Rahmen der Veranstaltungsreihe des Biosphärenreservats Rhön "In der Rhön, für die Rhön" die Ergebnisse der Online-Befragung im Detail vorgestellt. Der Vortrag findet am 20. Juli 2017 um 19 Uhr im Haus der Schwarzen Berge in Wildflecken/Oberbach statt.
Das neue Rahmenkonzept wird in drei Bänden publiziert und soll 2018 vorgestellt werden. In Band eins geht es um den Status Quo der nachhaltigen Entwicklung Biosphärenreservat, im zweiten Band um Leitbilder, Ziele und Maßnahmen und im dritten Band um Leit-, Modell-, Pilot-, Forschungs- und Leuchtturmprojekte zur Umsetzung der Ziele zur nachhaltigen Entwicklung.



Glückliche Gewinner

Alle Teilnehmer der Online-Befragung hatten die Möglichkeit, als Dank und Anerkennung für ihre offenen und ehrlichen Meinungen sechs Rhönwiese-Geschenkboxen, die von der Dachmarke Rhön zur Verfügung gestellt wurden, zu gewinnen. Aus allen drei am Biosphärenreservat beteiligten Ministerien waren Vertreter zugegen, um die Preise zu überreichen. me