Schon Ende vergangenen Jahres hatte Ansgar Ackva dringlich darauf hingewiesen, das Technologietransferzentrum Elektromobilität (TTZ) mit mehr Geld auszustatten. Der Freistaat soll bei der Verstetigung des TTZ in Bad Neustadt mehr Mittel zur Verfügung stellen, als das Kultusministerium bislang zu zahlen bereit ist.

Jetzt hat Staatssekretär Bernd Sibler bei einem Besuch in Begleitung von Vertretern aus Hochschule und Politik seine prinzipielle Unterstützung zugesagt. Eine konkrete Zusage für den gewünschten monetären Beitrag des Freistaats am TTZ konnte er aber nicht bieten.
Statt 200.000 Euro will das TTZ jährlich 800.000 Euro aus Mitteln des Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.
Grundsätzliche Anerkennung der geleisteten und mehr als erfolgreichen Arbeit heimst das TTZ im Obergeschoss der Jakob-Preh-Berufsschule beinahe täglich ein. Mittlerweile sind es weit mehr als 30 wissenschaftliche Mitarbeiter, die sich um den Technologietransfer zwischen der Fachhochschule Würzburg Schweinfurt und der Industrie kümmern. Mit namhaften Unternehmen wie Siemens, Preh, Jopp etc. werden im TTZ Zukunftstechnologien vor allem rund um den Bereich Elektromobilität entwickelt. Exakt 200.000 Euro will der Freistaat auch künftig jährlich an die mehr als ein Dutzend Technologietransferzentren in Bayern während derer Verstetigung überweisen. Zu wenig für das TTZ in Bad Neustadt. Schon mehrfach hatte dessen Leiter Professor Ansgar Ackva vorgerechnet, dass 800.000 Euro für den Weiterbetrieb in der bisherigen Größe notwendig sind. Eine konkrete Zusage des Kabinetts fehlt dem Wissenschaftler aber bis heute.
Der Besuch Siblers auf Einladung der Landtagsabgeordneten Sandro Kirchner und Steffen Vogel fand daher viel Beachtung. Auch der Präsident der FH Würzburg Schweinfurt, Professor Robert Grebner war zu dem Treffen eigens angereist: "Wir haben hier einiges geleistet und als Hochschule durchaus verstanden, was Technologietransfer für diese Region bedeutet", sagte Grebner. Grundsätzlich kann auch der Staatssekretär das Anliegen der Hochschule in Sachen TTZ bei Forschungen "außerhalb des Elfenbeinturmes" verstehen.
Eine Evaluierung des TTZ vor einigen Monaten brachte für Bad Neustadt ein sehr gutes Ergebnis. Sandro Kirchner betonte die Identifikation der Region mit dem TTZ. Bürgermeister Bruno Altrichter nannte es "eminent wichtig für die Stadt wie für ganz Unterfranken" und der stellvertretende Landrat Peter Suckfüll bezeichnete das TTZ als maßgeblich für die Bildungsregion Rhön-Grabfeld.
"Der Freistaat hat eine Vorreiterfunktion", sagte Steffen Vogel. "Ohne diese ziehen sich auch die Unternehmen mit ihren Aufträgen zurück", so der Landtagsabgeordnete. Und das will im Technologietransferzentrum wie in der Politik niemand. Eine konkreten Betrag, der künftig vom Freistaat für das TTZ zur Verfügung gestellt wird, soll in den Kabinettssitzungen noch vor der Sommerpause festgelegt werden. Stefan Kritzer