Es ist durchaus eine ungewöhnliche Idee, die der evangelische Pfarrer Lutz Mertten beim vergangenen Sonntagsgottesdienst in der evangelischen Kirche in Bad Königshofen vorstellte.

"Der Luther ist da, bei uns in der Kirche!" sagte der Pfarrer und zeigte seiner Gemeinde die lebensgroße Figur von Martin Luther. Ein Jahr lang steht er ab sofort zum Ausleihen zur Verfügung. Hintergrund der ungewöhnlichen Aktion ist das Jubiläumsjahr "500 Jahre Reformation", das mit dem Reformationstag begonnen hat.
Luther ist ein, wie Pfarrer Lutz Mertten sagte, schöner Pappkamerad, der im wahrsten Sinn des Wortes "zum Mitnehmen" ist. "Luther to go" hat der evangelische Pfarrer denn auch seine Aktion getauft. Alle reden über Luther, aber ihm einmal hautnah, in Lebensgröße zu begegnen, das hat doch was, dachte sich Mertten. Wer will, der kann die Figur gegen eine Spende von 9,50 Euro zum Kegelverein, ins Fußballstadion oder auch nur einmal zu einem gemütlichen Fernsehabend mitnehmen.
Warum gerade 9.50 Euro, das erklärt Pfarrer Mertten seiner Gemeinde: Für jede der 95 Thesen sind das zehn Cent. Der Mitnehm-Luther der evangelischen Kirchengemeinde Bad Königshofen ist zwar aus Pappe, aber die Aktion ist nicht von Pappe, sondern eine einmalige Chance sich mit Luther ablichten zu lassen, ihm einen Ehrenplatz bei Familienfeiern oder anderen Events zu geben.
Natürlich möchte man wissen, wo Luther so zu Gast ist. Deshalb sollte der Ausleiher ein Foto mit Luther am Tisch, Luther beim Kegeln, Luther beim Fernsehen oder bei anderen Aktivitäten machen - gerne auch mit der Familie oder mit sich selbst.
Wer möchte, schickt dieses Foto an die evangelische Kirchengemeinde Bad Königshofen. Dort wird es, wenn nichts dagegen spricht, auf der Homepage veröffentlicht. Ein Jahr lang kann man die lebensgroße Pappfigur des Martin Luther ausleihen und fotografieren. Das originellste Bild am Ende des Luther-Jahres preisgekrönt, verspricht der evangelische Pfarrer. Er verweist darauf, dass der Papp-Luther sehr geduldig ist und eigentlich mit sich machen lässt, was man möchte. Allerdings sollte der Pappfigur kein Schaden zugefügt werden.
Wer Martin Luther zu sich nach Hause einladen möchte, kann sich in einer Liste eintragen, die in der evangelischen Kirche ausliegt. Man kann sich also sozusagen den Reformator vorbestellen und dann jeweils am Sonntag nach dem Gottesdienst in der evangelischen Kirche abholen. Pfarrer Lutz Mertten schmunzelnd: Mal sehen ob's klappt und die Aktion "Luther to go" angenommen wird. hf