Insgesamt 22 Bildungsregionen gibt es bereits in Bayern. Der Landkreis Rhön-Grabfeld wurde nun ebenfalls in die Riege der Bildungsregionen aufgenommen. Unter großem Interesse von Vertretern aus Politik, Bildung und Wirtschaft hat Kultusminister Ludwig Spänle in Kunst und Kultur Kloster Wechterswinkel dem Landkreis das Qualitätssiegel als nunmehr 23. Bildungsregion in Bayern überreicht.

Das Siegel ist Auszeichnung wie Aufgabe zugleich. Die Qualität der Bildungseinrichtungen soll im Landkreis weiter gesteigert, Schulen, Vereine, Verbände und die Kirchen enger miteinander vernetzt werden. Spänle bezeichnete die bisherigen Ergebnisse aus den Arbeitskreisen und die zukünftigen Aufgaben als einen entstehenden Fahrplan für die Bildung in der Region.

Das Land zukunftsfähig machen

"Wir müssen die Begabungsreserven der jungen Menschen auch im ländlichen Raum heben", sagte Ludwig Spänle. Der Kultusminister betonte, dass dies wohnortnah geschehen müsse, wozu es jedoch der Mitwirkung aller Bildungseinrichtungen bedarf. "Mit dem Qualitätssiegel soll der Prozess weiter gestaltet werden, um das Land zukunftsfähig zu machen", so Spänle.

Spänle betonte weiterhin, dass sich Stadt und Land nicht in Sachen Bildung auseinander dividieren dürften: "Das Spannungsfeld zwischen Stadt und Land muss weiter aufgelöst werden", sagte Spänle. "Die Vergleichbarkeit der Lebensverhältnisse in den Städten und den ländlichen Regionen muss auch in der Bildung gewährleistet sein." Durch den demographischen Faktor sei Rhön-Grabfeld besonders gefordert, die jungen Menschen mittels eines guten Bildungsangebotes in der Region zu halten. "Wir brauchen diese Perspektive für den Landkreis."

Viele neue Ideen und Projekte

Zwei Jahre lang hatten sich in Rhön und Grabfeld insgesamt fünf Arbeitskreise zusammengefunden, die Projekte für eine bessere Bildungsregion angeschoben und teilweise auch realisiert haben. Unter anderem ist die Kulturtafel aus einem der Arbeitskreise entstanden. Landrat Thomas Habermann dankte den Teilnehmern der Arbeitskreise nachdrücklich für die neuen Ideen und geplanten Projekte.

"Eine gute Bildungsstruktur ist für den Wirtschaftsstandort Rhön-Grabfeld unabdingbar", betonte Habermann. Der Landkreis habe in den vergangenen Jahren rund 40 Millionen Euro in Schulen investiert. "Wir haben die Weichen für die Zukunft gestellt", sagte Habermann. "Unser Ziel muss es sein, die Bildungschancen für alle zu verbessern. Nur mit einem passgenauen und vernetzten Bildungsangebot wird der Landkreis in Zukunft im Wettbewerb mit anderen Regionen bestehen können", so der Landrat.

Als Vertreter der fünf Arbeitskreise fasste Regionaljugendseelsorger Thorsten Kapperer die Projekte zusammen und lobte die Professionalität in den Arbeitskreisen. "Wir machen ja schon sehr viel im Landkreis", sagte Kapperer, "es gibt aber immer noch Dinge zu verbessern und weiter zu vernetzen."