Bei der Ämterverlagerung forderte Landrat Thomas Habermann bei der Jahresschlusssitzung des Stadtrates Bad Königshofen eine Entscheidung vor Ort und nicht im Ministerium. Konkret ging es um eine Außenstelle des Finanzamts in Bad Königshofen. Da bevorzugt das Ministerium nach wie vor Bad Neustadt.

Etwas, das stellvertretender Bürgermeister Philipp Sebald heftig kritisierte. Es könne nicht sein, dass Bad Königshofen diesmal erneut leer ausgehe. Bei der Zusammenlegung der Landkreise habe man schon fast alles abgegeben. Außerdem hätten andere Städte und Gemeinden im Landkreis auch schon neue Behörden erhalten.
"Das ist korrekt", sagte Landrat Thomas Habermann, und verwies auf Mellrichstadt und Bischofsheim. "Nun ist Bad Königshofen an der Reihe." Das Problem sei derzeit, dass sich der Personalrat der Finanzverwaltung massiv gegen den Standort Bad Königshofen ausgesprochen hat und das sei die eigentliche Hürde. Dabei wäre es den Bediensteten sicherlich egal, ob sie nach Bad Neustadt oder Bad Königshofen fahren.
"In Bad Königshofen gibt es viele geeignete Standorte, das muss der Freistaat erkennen." In diesem Zusammenhang plädierte der Landkreischef dafür, die Entscheidung vor Ort zu treffen. In Rhön-Grabfeld sehe man sich solidarisch als ein Wirtschaftsraum. Thomas Habermann: "Ich werde weiterhin mit ihnen für den Standort Bad Königshofen mit Mut und Energie streiten, auch wenn ich dafür eventuell von anderen Gemeinden angegriffen werde."
Was die Aufnahme von Asylbewerbern betrifft, sei Bad Königshofen vorbildlich. Dies zeige sich dadurch, dass hier schon jahrelang Flüchtlinge aufgenommen werden. Zum Thema "altes Krankenhaus als Unterkunft für Asylsuchende" sagte Habermann, dass er diesbezüglich mit der Regierung von Unterfranken gesprochen habe. "Solch eine Unterkunft wird auch von der Regierung nicht vorgesehen."
Dank sagte er an die Unternehmer im Grabfeld, die Landwirte, Handwerksmeister und alle, die Verantwortung übernehmen und Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Dank gelte aber auch denen, die dies annehmen.
Zu den angespannten Finanzen der Stadt Bad Königshofen hatte der Landrat die Zinsbelastung der Komme der vergangenen zehn Jahre errechnet. "Das waren rund drei Millionen Euro und dafür hätte man einiges investieren können." Thomas Habermann plädierte dafür nicht an der falschen Stelle zu sparen und die Stabilisierungshilfe anzunehmen. "Nehmen Sie keinesfalls überzogene Einsparungen vor, das kommt auch bei der Bevölkerung nicht gut an."
Insgesamt gesehen sei Bad Königshofen auf einem guten Weg. Die Verantwortlichen der Stadt, Stadtrat und Verwaltung sollten deshalb auch weiterhin mutig voran gehen. Hanns Friedrich