Ab dem kommenden Jahr müssen Hundehalter mehr Steuern für ihren Vierbeiner bezahlen. Die Stadt erhöht die Hundesteuer. Dies ist die erste Erhöhung seit 20 Jahren. Im Stadtrat sorgte der Vorschlag der Kämmerei für Diskussionen. Der Aufwand für die Erfassung der 661 gemeldeten Hunde im Stadtgebiet ist hoch und die Steuer(mehr)einnahmen trotz der Erhöhung gering.


Die bisherigen Einnahmen durch die Hundesteuer

Es sind gerade einmal 21.331 Euro, die die Stadt in Sachen Hundesteuer in diesem Jahr verbucht. Seit 1996 wurde die Hundesteuer nicht mehr erhöht, nur im Rahmen der Euro-Umstellung angepasst. Jetzt wird es laut Auskunft von Kämmerer Klaus Ullrich mal wieder Zeit, die Steuer für des Menschen besten Freund zu erhöhen.
Derzeit sind im Stadtgebiet für den ersten Hund (Steuersatz I) 32 Euro im Jahr fällig, für jeden weiteren (Steuersatz II) 62 Euro. Kampfhunde, von denen allerdings keine im Stadtgebiet gemeldet sind, kosten 500 Euro im Jahr, ermäßigte Hunde in Weilern und Gutshöfen schlagen derzeit noch mit 16 Euro zu Buche. Schutz-, Such- und Blindenhunde sind von der Steuer befreit.


Die vorgesehenen neuen Steuersätze

Mit diesen Steuersätzen liegt Bad Neustadt unter dem Durchschnitt unterfränkischer Kommunen. Ullrich schlug deshalb eine Erhöhung auf 50 Euro für den ersten Hund, auf 80 für jeden weiteren, auf 600 für Kampfhunde und 25 Euro für ermäßigte Hunde vor. Von den 661 gemeldeten Hunden im Stadtgebiet fallen 587 unter den Steuersatz I, 47 unter den Steuersatz II. Daneben sind 19 gemeldete Hunde ermäßigt und 8 von der Steuer befreit.


Gegenstimmen aus dem Stadtrat

Den Nutzen dieser Steuererhöhung für die Vierbeiner wollten etliche Stadträte aber nicht erkennen. Petra Bieber zweifelte gar den grundsätzlichen Sinn einer Erhöhung der Hundesteuer an: "Die Mehreinnahmen braucht die Stadt doch gar nicht". Tatsächlich erwartet Ullrich durch die vorgeschlagene Erhöhung der Hundesteuer einen jährlichen Mehrbetrag von rund 10.800 Euro. Stadträtin Angelika Griewing nannte die Erhöhung zu stattlich, Gabi Kaminski forderte eine lediglich 25-prozentige Anhebung. Durchsetzen konnten sich die Gegner der Erhöhung jedoch nicht. Mit einer knappen 13 zu 10 Mehrheit wurde die Anhebung der Hundesteuer nach den Vorgaben des Kämmerers beschlossen. Sie tritt zum 1. Januar in Kraft. Erhoben wird die Hundesteuer aber künftig nicht mehr Ende Januar, sondern im März eines jeden Jahres.

Ausdrücklich darauf hingewiesen wurde zudem, dass die Hundesteuer nicht die Beseitigung der tierischen Hinterlassenschaften auf den Straßen umfasst. Diese ist nach wie vor von den Hundehaltern selbst vorzunehmen. Mit dem Versand der neuen Steuerbescheide will die Stadt auch ein Merkblatt über Hundehaltung an die Frauchen und Herrchen verschicken.