Weite Ringe zeigen ein kräftiges Wachstum in einem warmen und feuchten Frühling und Sommer. Die schmalen Ringe dagegen entstehen in einem ungünstigen Jahr mit Kälte und Trockenheit sowie Schädlingsbefall. Ovale Ringe deuten darauf hin, dass der Baum schräg gestanden hat. Durch ein kräftigeres Wachstum im Außenbereich des Stammes sorgt der Baum laufend dafür, dass er seine Festigkeit erhält und nicht umfällt.

So gibt es inzwischen eine ganze Wissenschaft, die anhand der Jahresringe die klimatischen Bedingungen aus früheren Zeiten ablesen kann. So haben Mammutbäume in Amerika ein Alter von über 4000 Jahre. Wenn man jetzt vom Rand her die Jahresringe rückwärts zählen würde, so ist abzulesen, wie das Klima und das Wetter sich im Laufe der Jahrtausende veränderte oder wie es in einem bestimmten Jahr, wie z. B. Christi Geburt, war. Unsere Eichen bringen es immerhin auf 1000 Jahre und die heimischen Eiben sogar auf ca. 3500 Jahre. Das Holz aus den tropischen Regenwäldern hat keine Jahresringe, da es dort keinen Winter gibt und die Wachstumsbedingungen fast immer gleich bleiben.

Große Wunden am Stamm vermeiden

Große Wunden am Stamm sollten unbedingt vermieden werden. Diese benötigen oft Jahrzehnte, bis sie vollständig verheilt sind. So entstehen Eintrittspforten für Pilze, die Holz zersetzen und den Baum hohl werden lassen. So ist der Schnitt an einer Baumkrone von außen nach innen immer besser, als umgekehrt. So entstehen nur kleinere Schnitte. Bei älteren Wunden sorgt im Frühjahr ein mehrfaches und kurzes Einschneiden in das Kambium mit einem scharfen Messer für eine schnellere Heilung.

Die daraus entstehenden Aufwölbungen beschleunigen das Wachstum der Rinde. Ein laufendes Verstreichen mit Baumwachs ist hier eher negativ. Unter dieser Schicht fault es erst recht, da keine Verdunstung der eigenen Feuchtigkeit stattfindet. Am wenigsten leiden die Bäume bei einer Behandlung im Sommer. Der Baum kann in der Vegetationszeit seine Wunden selber abschotten.

Mit etwas Übung kann man an den Knospen der Gehölze die Art erkennen. So hat die Steinlinde rote Knospen, während die Sommerlinde grüne hat. Bei jeder Baumart besitzen die Knospen ganz spezielle und unverwechselbare Merkmale, so dass ein Erkennen der Bäume und Sträucher auch im Winter keine Hexerei ist.