Schon sehr früh blühen in diesem Jahr auf meist ungedüngten Wiesen die Herbstzeitlosen. Die Blüten erscheinen ganz ohne Blätter. Es ist gerade so, als hätten sich die Blumen in der Zeit vertan. Es werden bis zu drei Blüten pro Pflanze entwickelt. Sie sind blassrosa bis violett und selten weiß. Die Blütenblätter sind zu einer langen Röhre verwachsen, die bis zum Fruchtknoten tief in der Erde geht.

Jetzt findet über Blüte mithilfe der Bienen die Befruchtung statt. Die länglich eiförmige Kapselfrucht wird im zeitigen Frühjahr und Frühsommer zusammen mit den Blättern über die Erde geschoben. Bei der Reife sind die Kapseln angeschwollen und braun. Die kleinen schwarzbraunen Samen besitzen ein weißes klebriges Anhängsel, das die Verbreitung durch Ameisen sichert.

Die Herbstzeitlose ist eine mehrjährige Pflanze und überwintert als ausdauernde Zwiebel tief im Boden. Bauern sehen es gar nicht gern, wenn diese schönen Blumen in ihren Wiesen sind. Die Blätter und die Fruchtkapsel sind nämlich nicht nur für den Menschen, sondern auch für viele Tiere wie Rinder, Schafe und Pferde sehr giftig. Es kommt bei den Menschen immer wieder zu Vergiftungsfällen durch Verwechslung der Blätter mit denen vom Bärlauch. Erschwerend kommt hinzu, dass man bei den Herbstzeitlosen Blätter und Blüten nie gleichzeitig sieht. Während die Blüten leicht zu erkennen sind, trifft dies aber nicht bei den Blättern zu. Die Herbstzeitlose wird in der Homöopathie und bei verschriebenen Medikamenten als sehr wirksames Heilmittel verwendet, das vor Allem bei Gichtanfällen hilft.

Die Herbstzeitlose wird auch als Winter-Ankünderin bezeichnet. Andere Namen sind Giftkrokus, Teufelswurz, Giftblume, Herbstlilie, Wildsafran und Leichenblume.