Jetzt leuchten und duften in unseren Städten, Dörfern und in der Landschaft die schönen Blüten des Holunders. Dieser schöne Strauch gehört genauso zum Dorfbild wie Obstbäume und Linden. Der Holunder ist eine alte Kulturpflanze, die eigentlich mehr Beachtung verdient. Unsere Vorfahren haben diesen Strauch besonders geschätzt. Vor dem Holler hat man früher sogar den Hut gezogen, weil man um die durchschlagende Heilwirkung wusste. Alle Teile dieser Pflanze, angefangen von der Wurzel bis zu den Früchten, wurden bei den verschiedensten Krankheiten verwendet. In der Mythologie der Kelten und Germanen hat Holunder eine besonders große Rolle gespielt.
Eine breite Wirkung erzielt der Holunder bei Erkältungskrankheiten sowie auch bei rheumatischen Beschwerden. Die Blüten sind als schweißtreibendes Mittel bei Fieber bekannt. Aus den Früchten lässt sich Marmelade, Gele, Saft, Nektar, Wein, Likör, Branntwein, Punsch und Suppe bereiten. Tee aus Holunderbeeren wird auch bei der Behandlung von Schlaflosigkeit, Migräne und Kopfschmerzen angewandt. Das Mus aus den Beeren, wirkt auf den Stuhlgang regulierend.

Eine Delikatesse ist es, mit den Blüten des Holunders Hollerküchlein zu backen. Bekannt ist auch der Hollersekt. Dazu werden bis 5-6 Blüten in 3 l Wasser in einem Glas angesetzt. Dazu kommt ein Schuss Essig, eine aufgeschnittene Zitrone und circa 100 g Zucker. Das Ganze bleibt circa zwei Wochen stehen und kann dann als Sekt getrunken werden.