Heuer ist das Obst sehr viel früher reif, als in normalen Jahren. So stürzen die Birnen schon lange von den Bäumen und liegen teilweise wie gesät im Gras. Auch die Zwetschgen haben schon viele Früchte herab geworfen. Warum nicht einfach Schnaps davon brennen lassen?

Dieser kann sich über Jahre halten und wird mit der Zeit immer milder und wohlschmeckender. Bei Zwetschgen kann man durchaus die wurmigen Früchte zur Schnapsherstellung verwenden. Sie sollten aber nicht faul sein. In einem speziellen Fass, das einen luftdichten Deckel hat, werden die Früchte eingegeben und eingestampft. Darüber gibt man als Starthilfe eine Prise Trockenbakterien, die man in der Schnapsbrennerei in der vorgeschrieben Menge bekommt. Jetzt muss alle zwei Tage in der Anfangszeit gerührt werden. Der Deckel wird erst locker aufgesetzt. Erst später, nach der Vergärung der Früchte, wird das Fass mit dem dazu gehörenden Eisenbügel luftdicht verschlossen.

Zum Brennen lässt man sich in der Schnapsbrennerei einen Termin geben. Dieser ist meistens so Anfang November. Auch bei Birnen wird ebenso Verfahren. Nur müssen hier die Früchte zerkleinert werden. Das Faule ist dabei vorher zu entfernen. Aber teigig gewordene Birnen können durchaus auch genommen werden. Der selbstgebrannte Schnaps ist einfach unvergleichlich. Er sollte aber nur in sehr kleinen Mengen verkostet werden wie zum Beispiel ein kleines Gläschen am Abend. Übrige Flaschen sind sehr begehrte Mitbringsel bei Einladungen und auch als Geschenke zu Feierlichkeiten.