Auch im Winter brauchen die Pflanzen im Freiland etwas Feuchtigkeit. Mit gefrorenem Wasser können sie aber nichts anfangen. Daher sind Frostzeiten für die Pflanzen viel schlimmer als Trockenheit im Sommer, weshalb Frostschäden in Wahrheit meistens Trockenschäden sind.


Nach frostigen Nächten kann Sonnenschein schaden

Nach den bitterkalten Nächten tut Sonnenschein den Pflanzen überhaupt nicht gut. Die Leitungsbahnen sind mit Eis verstopft. Die schon warmen Sonnenstrahlen führen dann zum Braunwerden der Triebe - sprich Austrocknen. Daher beginnt jetzt die gefährliche Zeit für die Pflanzen.

Unsinnig ist das Winterfestmachen im Herbst, wie Frau Saubermann es empfehlen würde. Ein Beschatten der empfindlichen Pflanzen wie Rosen oder Hibiskus mit Fichtenreisig, Vlies oder Juteleinen wäre jetzt notwendig.


Bei Hortensien nicht alles wegschneiden

Manche Gartenbesitzer schneiden die Bauernhortensien einfach zurück. Das ist aber nicht richtig, da damit auch die Blütenknospen aus dem Vorjahr mit verschwinden. Im Frühjahr entfernt man nur die alten abgestorbenen Blütendolden - etwas oberhalb der neuen Knospen. Einige schwache Triebe kann man aber einkürzen, damit sich von unten her kräftige Jungtriebe ausbilden können. Das führt dann zu einer laufenden, leichten Verjüngung.

Mit dieser Arbeit sollte aber bei den Hortensien bis etwa Mitte März gewartet werden, da die Gefahr des Auswinterns eigentlich erst anfängt. Die alten Blüten können noch ein wenig schützen, denn bei kalten Nächten und dem Sonnenschein tagsüber kommt diese zusätzliche Beschattung gar nicht ungelegen. Gerade Bauernhortensien zählen zu den empfindlichen Pflanzen, die diesen Schatten auch mal gut gebrauchen könnten.


Sträuchern die ewige Jugend ermöglichen

Bei veredelten Exemplaren sollte man keinen radikalen Schnitt machen. Ansonsten kommt es unterhalb der Veredlungsstelle zum Saftstau und damit zu vielen wilden Trieben aus den Wurzeln der Unterlage. Dies ist besonders bei Flieder der Fall.

Aber auch bei unveredelten Pflanzen wie den Essigbaum kann es zu einer Ausuferung der Wurzelschösslinge kommen. So können bei einer Verjüngung ganze "Essigbaumwiesen" entstehen. Normalerweise werden die Sträucher im Garten aber nur ausgelichtet. Das beinhaltet, dass nur die stärksten Triebe von der Basis herausgenommen werden.

So behält ein Strauch die ewige Jugend. Auf keinen Fall sollte in den oberen Bereichen herumgeschnipselt werden, da dies zu einem Besenwuchs im oberen Bereich führt und die Sträucher unten verkahlen lässt.