Jetzt ist eine günstige Zeit zum Ausbringen von verrottetem Kompost als Nährstoff- und Humuslieferant. Bei der Verarbeitung im Herbst wird vor allem Stickstoff während des Winters ausgewaschen und trägt somit zu Nitratbelastungen des Grundwassers bei. Deshalb sollte Kompost grundsätzlich nur im Frühjahr vor der Pflanzung oder als Kopfdünger während der Vegetationsperiode ausgebracht werden. Aber auch mit Kompost kann bei einem "Zuviel" eine Überdüngung erfolgen. Eine Bodenuntersuchung alle drei bis vier Jahre gibt genauere Auskünfte über den Nährstoffgehalt. Dies ist ein wertvolles Hilfsmittel zur pflanzengerechten Dosierung. Möhren, Zwiebeln, Rettiche und Radieschen sollten aber nicht auf frisch mit Kompost gedüngten Flächen ausgesät werden. Dies fördert das Auftreten verschiedener Gemüsefliegenarten.

Sobald wie möglich, sollten Baumscheiben von Obstgehölzen mit Mulchmaterial versehen werden. Hierzu eignet sich besonders Rasenschnitt oder Gras, welches beim Mähen mit der Sense anfällt. Durch diese Maßnahme wird der Boden offen gehalten, das Bodenleben angeregt, der Humusgehalt erhöht und die Feuchtigkeit gespeichert. Gerade kleine Bäume mit wenig Wurzelwachstum sind für eine Mulchschicht besonders dankbar. Das gleiche gilt aber auch für Beerensträucher. Bei einer genügenden Zufuhr von organischem Material wie Rasenschnitt ist eine zusätzliche Düngung überflüssig, da bei der Rotte genügend Nährstoffe wieder freigesetzt werden. Bei einem Hobbygärtner, der biologisch denkt, fallen im Garten keinerlei organische "Abfälle" an. Diese verbleiben im Kreislauf von Werden und Vergehen.

Viele Gartenfreunde glauben, dass mit den kalten Nächten schon die Eisheiligen vorbei sind. Dies ist aber erst mit der kalten Sophie am 15. Mai der Fall. Man sollte sich also nicht täuschen lassen und ungeduldig werden. Gewächshäuser, die kein Isolierglas haben, halten die Kälte nicht ab. Hier können in frostigen Strahlungsnächten Kerzen angezündet werden, die mit einem Blumentopf aus Ton übergestülpt sind, der die Wärme langsam an die Umgebung abgibt. Oben muss natürlich ein Abzugsloch sein. Auch Friedhofslampen können verwendet werden. Solche kleine Wärmequellen wirken im Gewächshaus wahre Wunder.

Während die kälteliebenden Gewürzpflanzen wie Petersilie, Dill und Kerbel schon im April ausgesät werden, kann man die Wärmeliebenden wie Basilikum, Bohnenkraut und Majoran erst nach den Eisheiligen ins Freie pflanzen oder säen. Diese Gewächse wollen von der Sonne verwöhnt werden. Wie alle Heil- und Gewürzpflanzen, soll man sie nicht mineralisch düngen. Bei fehlender Wärme und massiver Düngung gehen der Geschmack und das Aroma verloren.

Stangenbohnen werden am besten in Töpfen vorgezogen. Dies hat den Vorteil, dass durch die bessere Erwärmung die Keimung zügiger voran kommt, als im Freien im kalten Boden. Außerdem kommt es in der sterilen Anzuchterde nicht zu den gefürchteten Auflaufkrankheiten. In den Töpfen wachsen die Bohnen schneller den Schnecken davon. Man sollte mit dem Auspflanzen allerdings warten, bis es so Ende Mai richtig sommerlich warm geworden ist. Stangen- und Buschbohnen sind sehr wärmeliebend und sollten grundsätzlich nicht vor den Eisheiligen ins Freie kommen.

Wenn Erdbeeren jetzt welken, handelt es sich meist um Wurzelkrankheiten. Am häufigsten kommen die Rote und Schwarze Wurzelfäule vor. Eine direkte Bekämpfung ist nach Feststellung der Symtome nicht mehr möglich. Die Rote Wurzelfäule erkennt man beim Durchschneidens des Herzens an der Rotfärbung. Die Schwarze Wurzelfäule unterscheidet sich dadurch, dass an den Wurzeln weiße Spitzen zu sehen sind. Erdbeeren sollten auf ein stark infiziertes Beet viele Jahre nicht mehr angebaut werden, damit sich der Pilz langsam abbauen kann. Sporen sind jedoch immer im Boden. Sie schädigen aber nur dann massiv, wenn ihre Anzahl zu groß ist und die Pflanzen nicht mehr mit ihnen fertig werden. Vorkulturen mit Phacelia und Ackerbohnen sind zu vermeiden. Die Strohunterlage, welche die Verschmutzung der Früchte verhindert und Krankheiten vorbeugt, kann noch später aufgebracht werden. Das Hacken sollte nur flach erfolgen.

Beerensträucher oder Gewürzkräuter wie Salbei und Rosmarin, kann man jetzt leicht durch Absenker vermehren. Dazu wird ein Trieb herunter gebunden und durch einen u-förmig gebogenen festen Draht an den Boden gedrückt. Auch das Auflegen mit einem Stein löst eine Bewurzelung aus. Das Anhäufeln der Pflanze mit Boden wird gern bei Thymian zur Vermehrung gemacht. Dann entwickeln sich außen lauter bewurzelte Einzelpflänzchen. Mit einjährigen Ranken, wie zum Beispiel Glockenrebe, schwarzäugige Susanne, Prunkwinde, Wicken und auch Feuerbohnen verzaubern sie ihren Garten den ganzen Sommer über und bis weit in den Herbst hinein.