Den Garten gut zu bewässern erfordert Zeit und Mühe. Es gibt eine Menge Gründe, sich diese Arbeit zu sparen und stattdessen Technik einzusetzen. Klaus und Gisela Popp aus Redwitz entschieden sich vor über 20 Jahren für eine automatische Beregnungsanlage, weil sie neben dem Beruf wenig Zeit für Gartenarbeit hatten. Heute sind sie Rentner und wollen auch nicht gießen. Sondern genießen. Hier die wichtigsten Faktoren, die bei der Bewässerung eine Rolle spielen:


1. Bei der VBewässerungsanlage die richtige Technik wählen  

Klaus Popp hat seine Bewässerungsanlage mit Teilen aus Baumarkt und Instalationsfachhandel selbst gebaut und in den folgenden Jahren erweitert. Er hat PE-Schläuche als Leitungen verwendet. Sie sind frostunempfindlich und leicht und flexibel verlegbar. Er hat dafür mit dem Spaten nur etwa 20 Zentimeter tiefe Rillen gestochen. Dies kann z.B. zum Problem werden, wenn Jahre später ein Strauch gepflanzt wird und keiner weiß, wo die Leitungen verlaufen. Am Besten eine Foto-Dokumentation anfertigen.
Wer im Rasen versenkbare Regner verwendet, muss darauf achten, dass dabei die Ecken nicht vergessen werden. Sonst entstehen dort braune Flächen. Es gibt außerdem Systeme mit versetzbaren Regnern. Auch zu den Schläuchen gibt es Alternativen wie PE-Rohre. In Beeten sind Perl- oder Sprühschläuche beliebt, die das Wasser gleichmäßig auf der Erde verteilen. Kriterien für die Wahl der Technik sind die zu beregnende Fläche, die Art der Pflanzen, das Budget und die eigenen Fähigkeiten. "Man muss technisch ein bisschen begabt sein, damit das alles zusammenpasst", sagt Popp. Er ist gelernter Installateur, Heizungsbauer und Schlosser, und hat eine sehr individuelle Anlage gebaut, mit der er über Ventile jeden Gartenbereich einzeln ansteuern kann.


2. Morgens, Mittags, Abends? Der richtige Zeitpunkt zum Gießen

In der Mittagshitze wirken Wassertropfen wie Brenngläser auf der Pflanze. Abends gießen? Auch nicht ideal: Die Erde bleibt lange feucht; das begünstigt Pilzkrankheiten und zieht Schnecken an. Eine morgendliche Dusche bekommt Pflanzen am besten. Perfekt wäre zwischen drei und vier Uhr früh - eine Zeit, die aber den meisten Hobbygärtnern wenig liegt, was für Bewässerungsanlagen mit Zeitschaltuhr spricht. Neueste Systeme lassen sich per Handy-App steuern, dabei sollen Sensoren auch die Bodenfeuchtigkeit messen und die Daten ans Smartphone senden. Über solche Finessen verfügt Klaus Popps 20 Jahre alte Anlage nicht - aber auch er beregnet nachts. "Und nicht bloß a bissel, sondern richtig!" Grundsätzlich gilt: Es muss nicht ständig gegossen werden, dafür aber so viel, dass der Boden mindestens zehn bis 15 Zentimeter durchfeuchtet ist.


3. Den rechtliche Rahmen checken: Brunnen und Abwasser sind Sache der Gemeinde

Wasser ist keine Privatangelegenheit. Aber es ist auch nicht einheitlich geregelt. Wer einen Brunnen nutzen möchte, muss sich nach der Satzung seiner Gemeinde erkundigen. Wer den Garten über die Trinkwasserversorgung bewässert, sollte fragen, ob und wie er Abwasserkosten sparen kann. In Bamberg müssen Grundstückseigentümer beispielsweise auf eigene Kosten einen verplombten Sonderwasserzähler für den Garten einbauen lassen und im Kämmereiamt anzeigen, um eine jährliche Rückerstattung zu beantragen.


4. Richtig gießen: Wieviel Wasser verschiedene Pflanzenarten benötigen

Fast jeder Art von Pflanze ist anzusehen, ob sie viel Wasser benötigt. Im Allgemeinen haben Sorten mit großen, weichen Blättern viel Durst, beispielsweise Funkien und Blattsalat.
Pflanzen mit kleinen, ledrigen Blättern wie Lavendel und Thymian verdunsten dagegen wenig; sie brauchen nicht viel Wasser.
Genügsam sind außerdem die Sorten mit dickfleischigen Blättern. Die meisten der etwa 500 Arten der Fetthenne speichern Wasser sehr gut.
Das können auch Geranien mit dickfleischigen Blättern: Wer verreist, kann sie stark zurückschneiden und kräftig wässern, dann wachsen sie mit wenig bis gar keinem Wasser in zwei oder drei Wochen sehr gut nach.