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Zahl der Obdachlosen in Nürnberg stark gestiegen: Wie kann ich im Notfall helfen?

Die Zahl der Obdachlosen in Nürnberg steigt seit Jahren. Peter Mertel vom "Haus für Männer" in Nürnberg beherbergt die Schutzbedürftigen. Er erklärt, wie Bürger den Obdachlosen helfen können.
Der Winter ist für Obdachlose die härteste Jahreszeit. Dennoch gibt es Möglichkeiten, zu helfen. Symbolfoto: Boris Roessler/dpa

Der Winter steht vor der Tür und damit beginnt für Obdachlose in Nürnberg die härteste Zeit des Jahres. Viele Bürger wollen ihnen helfen, aber wie sollen sie vorgehen? Peter Mertel von der Wohnungslosenhilfe "Haus für Männer" verrät es.

Im Notfall sofort die 110 wählen

"Zunächst einmal kommt es darauf an, in welcher Verfassung sich die Person befindet", stellt Mertel klar. Befindet sie sich in einem kritischen Zustand, ist hilflos, zum Beispiel kurz vor dem Erfrieren, müsse man natürlich umgehend den Notruf wählen.

Ansonsten könne man die betreffende Person ganz einfach ansprechen, auf die Notunterkünfte in Nürnberg hinweisen, oder sie zu einer von Nürnbergs Notschlafstellen begleiten (einen Überblick finden Sie unten).

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Manche Obdachlose ziehen Straße den Unterkünften vor

"Die Hilfsangebote in Nürnberg sind bei den Wohnungslosen aber eigentlich bekannt", so Mertel weiter. Oft befänden sich Obdachlose, die man draußen sieht, "freiwillig" auf der Straße, zumindest würden sie keine der Unterkünfte beanspruchen wollen.

Die Stadt Nürnberg spricht von derzeit insgesamt 50 Personen, die ein solches Angebot aus verschiedenen Gründen ausschlagen: "Zum Beispiel, weil die Übernachtungsstellen zu groß sind und sich Bewohner dann unwohl fühlen. Manche sprechen auch von Gewalt und Diebstählen in der Unterkunft", erklärt Mertel.

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Dabei steigt die Zahl der Betroffenen laut der Stadt in Nürnberg jährlich. Während im Jahr 2014 noch 1550 Personen bei der Obdachlosenhilfe, in städtischen Obdachlosenwohnungen, in Pensionen und in Heimen der Obdachlosenhilfe, untergebracht wurden, waren es 2018 bereits 2020 Personen.

Generell würde es aber für alle Obdachlose in Nürnberg einen Schlafplatz geben. Während der kalten Jahreszeit kommen sogar 30 zusätzliche Plätze in einer "Winter-Notschlafstelle" dazu. Insgesamt 140 Plätze stünden derzeit zur Verfügung, im Haus für Männer seien derzeit 70 Prozent belegt. "Und selbst wenn alle Plätze belegt wären, kann man immer noch im Warmen auf einem Stuhl schlafen, keiner wird gezwungen, draußen in der Kälte zu schlafen", garantiert Mertel.

Obdachlose in Nürnberg: Wo finden sie Hilfe?

Das Hilfenetz für Wohnungslose ist in Nürnberg laut Stadt engmaschig gestrickt: Als Tagesaufenthalt für Menschen ohne Bleibe gibt es die Wärmestube, für die Nacht gibt es drei Notschlafstellen für Männer und zwei für Frauen, dazu kommt die Straßenambulanz Franz von Assisi, in der es medizinische Hilfe und auch etwas zu Essen und Beratung gibt.

Diese Unterkünfte können Obdachlose in Nürnberg aufsuchen:

  • Stadtmission Nürnberg: Hilfen für Menschen in Wohnungsnot
  • Bayerisches Rotes Kreuz - Kreisverband Nürnberg-Stadt
  • Die Heilsarmee - Hilfe für Männer
  • Die Heilsarmee - Hilfe für Frauen
  • FrauenZimmer
  • Caritasverband Nürnberg e.V. - Allgemeine soziale Beratung
  • Rampe e.V. - Beratung für obdachlose und von Obdachlosigkeit Jugendliche und junge Erwachsene
  • Straßenambulanz „Franz von Assisi“
  • Sozialpädagogischer Fachdienst
  • Ökomenische Wärmestube - Tagestreff und Streetwork
  • Sleep In
  • Rummelsberger Diakonie - Projekt WinGS