165 Städte, 43 Länder und ein bizarres Ziel: Am kommenden Samstag, 6. Februar, sollten sich weltweit Männer zur "offenen Diskussionsrunde" treffen. Ihr gemeinsamer Auftrag: Eine "neomaskuline" Gemeinschaft bilden. Treffpunkt sollte jeweils um 20 Uhr in verschiedenen Städten sein, auch Franken war mit Nürnberg und Würzburg auf der Liste der Städte vertreten.


Die Forderung: Vergewaltigung soll straffrei bleiben

Initiator ist der US-Aktivist, Antifeminist und so genannte Pick-up-Artist Daryush Valizadeh, besser bekannt als "Roosh". Der 36-Jährige, der auf der ganzen Welt Worshops und Seminare gibt, ist bekannt für seine abstrusen Forderungen: Jeder Mann soll jederzeit den Anspruch auf Sex haben, und zwar mit jeder Frau, wenn notwendig auch unter Gewaltanwendung. Und: Die Vergewaltigung soll straffrei bleiben, wenn es nicht im öffentlichen Raum passiert.

Am Mittwoch veröffentlichte Valizadeh auf seiner Internetseite "Return of the Kings" die ausgewählten Städte für das Treffen. An bestimmten Orten sollten sich die Anhänger um 20 Uhr einfinden und anderen Männer (von denen sie ausgehen, dass sie ebenfalls zu dem Event da sind) folgende Frage stellen: "Do you know where I can find a pet shop?" (Weißt du wo eine Tierhandlung ist?). Die richtige Antwort auf diesen Code lautet: Yes, it's right here. (Ja direkt hier).


Polizei mahnt zur Besonnenheit

In den sozialen Medien machte sich am Mittwoch und Donnerstag große Unsicherheit breit. Was hat es mit den Treffen auf sich und was ist vor Ort zu erwarten? Die fränkische Polizei jedenfalls ist alarmiert und wird entsprechende Maßnahmen ergreifen. "Dieser unsägliche Aufruf ist uns bekannt und wir werden das alles sehr ernst nehmen", unterstrich Robert Sandmann von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Die Nürnberg er Polizei werde am Samstag auf jeden Fall vor Ort sein und je nachdem, wie sich die Situation darstellt, entsprechend reagieren. Eine Versammlung, so Sandmann, sei in jedem Fall nicht angemeldet.

Auch die Polizei in Würzburg ist alarmiert. "Wir haben das auf dem Schirm", so Björn Schmitt von der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt. Man sehe nach aktueller Lageeinschätzungen aber kein Grund zur Besorgnis. Entgegen anderslautender Mitteilungen sei es auch zu keinem Aufruf von Straftaten gekommen.

Bereits seit Bekanntwerden prüft die Würzburger Polizei die Ernsthaftigkeit der Aktion. Konkrete Anhaltspunkte, die auf ein Treffen im Stadtgebiet hindeuten könnten, gibt es bislang nicht. "Aufgrund anderer Einsatzlagen ist die Würzburger Polizei mit Unterstützungskräften am Samstag verstärkt im Stadtgebiet präsent und auf alle Eventualitäten entsprechend vorbereitet", so Schmitt. Insbesondere sei man an den im Internet genannten Örtlichkeiten verstärkt präsent. Es werde aber ausdrücklich darauf hingewiesen, "dass nach aktueller Lageeinschätzung kein Grund zur Besorgnis besteht". Um den im Internet kursierenden Sachverhalt nicht weiter aufzuwerten, rät die Polizei zudem, sich nicht aus neugierigem Interesse an den Orten aufzuhalten.


Initiator rudert zurück

Ob die Veranstaltungen überhaupt stattfinden und ob sich überhaupt Anhänger von Valizadeh einfinden, ist fraglich. Im Internet ruderte der Antifeminist am Donnerstag jedenfalls zurück. Er löschte alle Veranstaltungsorte und sagte den weltweiten Aktionstag wieder ab. Man könne die Sicherheit der Teilnehmer nicht garantieren, hieß es auf seiner Homepage. Allerdings stünde es den Männern natürlich frei, sich trotzdem im privaten Rahmen zu treffen.