Die Dienstleistungsgewerkschaft verdi und die dbb tarifunion / NahVG haben für Donnerstag erneut einen Streik angekündigt, vermeldet die VAG in einer Pressemitteilung. Der öffentliche Nahverkehr in Nürnberg, Fürth und Erlangen soll demnach für 24 Stunden bestreikt werden. Die Arbeitskampfmaßnahme wird nach vorliegender Information von Donnerstag, 4.00 Uhr bis Freitag, 4.00 Uhr dauern und alle Unternehmensbereiche betreffen. Dadurch entfallen auch die Sonderfahrten zum Public Viewing am Flughafen.


Aktuelle Situation in Nürnberg

Wie die VAG um 7.50 Uhr mitteilte, sei der Betrieb bisher problemlos und ohne nennenswerte Verspätungen angelaufen. Gegen 10 Uhr vermehrte sich das Aufkommen auf den Straßen. Deshalb sei es auch den Bussen nicht mehr möglich, pünktlich zu sein. Sie haben etwa 30 Minuten Verspätung, teilte die VAG mit. Vor allem auf den Zubringern Richtung Innenstadt staut es sich.

Betroffen sind der Meldung zufolge alle Verkehrsmittel der städtischen Verkehrsbetriebe. Der reguläre Fahrplan mit U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen kann nicht geboten werden.

Streiknetz mit Bussen soll Grundleistung bieten

Um jedoch eine Grundleistung zur Verfügung stellen zu können, wird erneut ein Angebot mit Bussen auf Basis des Night-Liner-Netzes durch die VAG gefahren.
Auf diesem "Streiknetz" bietet die VAG mit Unterstützung von privaten Busunternehmen, die nicht vom Streikaufruf betroffen sind, einen 30-Minuten-Takt.

Insgesamt werden in Nürnberg, Fürth und Erlangen 20 Linien angeboten, die mit jeweils mindestens zwei Bussen besetzt sind.

In Nürnberg ist das Angebot sternförmig auf den Hauptbahnhof ausgerichtet. Dies ist insbesondere für die Kunden wichtig, die nicht auf andere Verkehrsmittel wie den eigenen Pkw oder das Fahrrad umsteigen können. Nach den Erfahrungen vom letzten Streik am Dienstag ist allerdings damit zu rechnen, dass die Busse mit Verspätung unterwegs sind, da das Verkehrsaufkommen auf den Straßen erheblich höher ist als an anderen Tagen.

Das Streiknetz

Bedient werden nach jetzigem Stand der Planungen die NightLiner-Linien
N1 (Hauptbahnhof - Siedlungswerk),
N2 (Hauptbahnhof - Henfenfelder Straße),
N3 (Hauptbahnhof - Heinemannbrücke),
N4 (Hauptbahnhof - Brunn),
N5 (Haupt-bahnhof - Frankenstraße),
N6 (Hauptbahnhof - Kornburg Schleife),
N7 (Hauptbahnhof - Goethering),
N8 (Hauptbahn-hof - Zirndorf Kneippallee),
N9 (Hauptbahnhof - Fürth Rat-haus),
N10 (Hauptbahnhof - Erlangen Hugenottenplatz),
N11 (Hauptbahnhof - Stadtgrenze),
N12 (Hauptbahnhof - Flughafen) und
N13 (Hauptbahnhof - Erlenstegen),
N15 (Hauptbahnhof - Langwasser Mitte),
N17 (Fürth Rathaus - Vach Nord),
N18 (Fürth Rathaus - Spechtweg),
N27 (Steudach Westfriedhof - Erlangen Hugenottenplatz),
N28 (Hüttendorf Tulpenweg - Buckenhof),
N29 (Volckamerstraße - Erlangen Hugenottenplatz) und
N61 (Koppenhof - Schwab-ach Schillerplatz).

Die Busse werden am Streiktag von den Endhaltestellen beginnend stadteinwärts starten.

Um ein Beispiel zu nennen, fährt der N3 um 4.26 Uhr am NightLiner-Halt Heinemannbrücke los und trifft dann kurz vor 5.00 Uhr am Hauptbahnhof in Nürnberg ein. Dort sollen die Busse dann ab 5.00 Uhr jeweils zur halben und vollen Stunde einsetzen. Wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens ist allerdings auch beim Streikangebot mit Verzögerungen zu rechnen.

Die letzten Fahrten ab Nürnberg Hauptbahnhof starten am Streiktag um 0.00 Uhr in die Stadtteile. Richtung Innenstadt endet also die letzte Fahrt kurz vor 0.00 Uhr am Hauptbahnhof.

Soweit sich Mitarbeiter zum Dienst melden, werden diese das Streiknetz verstärken oder zur Fahrgastinformation eingesetzt. Da die Zentrale Leitstelle und das KundenCenter ebenso bestreikt werden wie Werkstätten und Verwaltung, bittet die VAG um Verständnis dafür, dass die Fahrgastinformation Einschränkungen unterliegt und in jedem Fall nicht optimal ist, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Alle wichtigen Informationen zum Fahrtenangebot und die Fahrpläne der einzelnen Linien finden die Kunden im Internet unter www.vag.de . Die VAG will die Informationen mit Betriebsbeginn und im Laufe des Tages aktualisieren.

Betrieb nach dem Streik

Da das Streikende für 4.00 Uhr festgelegt wurde, ist damit zu rechnen, dass unter Umständen noch Fahrzeuge für das Ausrücken vorbereitet werden müssen und der Betrieb am Freitag mit etwas Verzögerung anläuft.

S-Bahnen und OVF-Linien verkehren nach Plan

Vom Streik im kommunalen Nahverkehr nicht betroffen sind die S-Bahnen der Deutschen Bahn und Buslinien des Omnibusverkehr Franken / (OVF). Diese verkehren nach Fahrplan.


Streik trifft auch die Fußballfans

Der Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr trifft in Nürnberg auch die Fans der deutschen Fußball-Nationalmannschaft: Sie können nicht mit der U-Bahn zum Public Viewing am Flughafen fahren. Die Veranstalter rechnen deshalb beim abendlichen Spiel Deutschland gegen die USA mit deutlich weniger Gästen als sonst.

"Wenn sich 5000, 6000 oder 7000 auf den Weg hierher machen wäre das toll, aber von den knapp 20 000 üblichen Zuschauern sind wir sicher weit entfernt", prognostizierte Veranstalter Christopher Dietz am Donnerstagnachmittag. Da es nur etwa 2000 Parkplätze am Flughafen gibt, riet er dringend zum Umsteigen: "Es wäre schön, wenn die Leute Fahrgemeinschaften bilden und mit dem Fahrrad oder Zweirad anreisen." dpa