Polizei verwechselt E-Zigarette mit Schusswaffe: Offenbar wegen einer tragischen Verwechslung schoss ein Polizist am Donnerstagabend (15.08.2019) auf einen Mann in Stein bei Nürnberg. Der 41-Jährige wurde schwer verletzt. Wie konnte es dazu kommen?

Stein bei Nürnberg: Mann läuft aus Haus und auf die Polizisten zu

Die Polizei Stein war gerufen worden. Auf eine richterliche Anweisung hin sollte der Mann zu einem Facharzt für Psychiatrie gebracht werden. Weil der Mann in der Vergangenheit mehrfach Widerstand bei Polizeieinsätzen geleistet und Beamte mit Waffen bedroht hatte, wurden Spezialkräfte als Verstärkung hinzugerufen.

Kurz vor 18 Uhr wollten Polizisten das Anwesen des Mannes am Mecklenburger Platz betreten. Daraufhin verließ der Mann das Haus und lief auf die Einsatzkräfte zu. Den Aufruf "Hände hoch, Polizei" ignorierte der Mann und zog eine Hand, welche er zuvor in der Jackentasche hatte, heraus und es kam ein Gegenstand zum Vorschein.

41-Jähriger zieht E-Zigarette und richtet sie auf Beamte

Die Polizei beschreibt die Situation wie folgt: Der 41-Jährige zog einen metallfarbenen länglichen Gegenstand aus der Tasche, der von seiner Form- und Farbgebung aus der Entfernung und in Kürze der Zeit nicht von einer Schusswaffe zu unterscheiden gewesen sei. Diesen Gegenstand habe der Mann auf die Polizisten gerichtet. Die Beamten zogen daraufhin ihre Dienstwaffen. Weil der Mann weiterhin die Polizisten bedrohte, schoss einer der Beamten dem Mann in den Oberschenkel.

Schwere Verletzung nach Treffer

Der 41-Jährige wurde durch den Schuss schwer verletzt. Ein Polizeiarzt, der den Einsatz vorsorglich begleitete, versorgte den Verletzten umgehend. Er wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Polizeibeamte wurden bei dem Einsatz nicht verletzt.

Der Kriminaldauerdienst Mittelfranken übernahm die ersten kriminalpolizeilichen Maßnahmen vor Ort. Der Erkennungsdienst begann noch am Abend mit der Spurensicherung. Das Bayerische Landeskriminalamt hat die Ermittlungen übernommen. Die zuständige Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth kam ebenfalls vor Ort.

Auf Twitter hatte die Polizei Mittelfranken über den Vorfall berichtet.

Bereits am Abend zuvor ereigneten sich in Franken zwei umfangreiche Einsätze: In Bamberg musste das SEK einen Mann festnehmen, da dieser seinen Vater mit dem Tod bedroht hatte.Und in Mittelfranken sorgte eine unbekannte Substanz für sieben Verletzte.