Vor ausverkauftem Haus, wie es nach vier Jahren fränkischer Bundesliga-Abstinenz eigentlich angemessen wäre, wird der 1. FC Nürnberg sein erstes Heimspiel nicht bestreiten. Nach dem Vorverkauf rechnet der Club am Samstag (15.30 Uhr) gegen den FSV Mainz 05 mit rund 38 000 Besuchern. Dass immerhin 7000 Plätze im Max Morlock-Stadion leer bleiben werden, liegt wohl weniger an der 0:1-Niederlage zum Auftakt in Berlin als an der Urlaubszeit und einem nicht allzu attraktiven Gegner.

Köllner erwartet emotionale Mainzer

Der aber gefährlich für den Club zu werden droht. Nürnbergs Trainer Michael Köllner erwartet nach dem Mainzer 1:0-Erfolg gegen Stuttgart eine "Mannschaft, die sehr emotional Fußball spielt" und es sehr gut verstehe, umzuschalten. Das erfordere vom Aufsteiger, kaum Fehler im eigenen Ballbesitz zu machen.

Das Ziel ist natürlich der erste Sieg, aber mit welcher Formation der in Berlin unnötig leer ausgegangene Club das angehen kann, ist noch offen. Schwer zu verkraften wäre ein Ausfall von Kapitän Hanno Behrens, dessen Muskelverletzung in Berlin doch schwerwiegender war, als der 28-Jährige zunächst selbst angenommen hatte. Am Donnerstag trainierte Behrens erstmals wieder mit der Mannschaft. "Mal schauen, ob es für Samstag lang", sagte Köllner. Eduard Löwen, der sich in Berlin beim Aufwärmen verletzt hatte, und der im ersten Spiel fehlende Rechtsverteidiger Enrico Valentini dürften dagegen in die Startelf rücken.

Salli und Zrelak fallen aus

Nicht dabei sind wohl Edgar Salli (Magen-Darm-Probleme) und erneut Adam Zrelak, der nun im Training einen Schlag auf den Knöchel bekommen hat. Ob Sportvorstand Andreas Bornemann bis zum Transferschloss an diesem Freitag (18 Uhr) nochmals auf dem Spielermarkt tätig werden wird, ist weiter offen. "Ich bleibe in dieser Angelegenheit entspannt", sagte Köllner. Da hat er vielen Fans etwas

voraus.

Bei Mainz hat sich personell schon etwas getan. Der Niederländer Jean-Paul Boëtius könnte am Samstag bereits eingesetzt werden. "Er ist wegen seiner guten körperlichen Verfassung eine Option. Er ist ein Qualitätsspieler", sagte Trainer Sandro Schwarz. Der Offensivspieler von Feyenoord Rotterdam soll Pablo De Blasis rücken, der zum spanischen Erstligisten SD Eibar wechselte.

Fehlen wird in Nürnberg Jean-Philippe Gbamin, der sich gegen Stuttgart einen Faserriss im Adduktorenbereich zugezogen hat. Trainer Schwarz peilt den ersten Auswärtssieg an: "Wir sind so selbstbewusst, um sagen zu können, dass das unser Anspruch ist. Wir haben Lust auf Leistung."