Außenseiter Greuther Fürth gewinnt das Frankenderby gegen den 1. FC Nürnberg: Rückschlag für den Club, Aufschwung für Greuther Fürth: Der 1. FC Nürnberg hat im Aufstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga eine besonders schmerzhafte Pleite kassiert. Der Spitzenreiter verlor am Samstag die 264. Auflage von Deutschlands Rekordderby mit 0:2 (0:0) gegen die SpVgg Greuther Fürth. Im Duell der Altmeister sorgten Khaled Narey (49. Minute) und Joker Daniel Steininger (90.+2) vor 47 489 Zuschauern für den ersten Fürther Auswärtssieg der Spielzeit.


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Der Club bleibt trotz der ersten Niederlage nach zuvor elf ungeschlagenen Spielen Tabellenführer, am Sonntag aber kann Düsseldorf mit einem Sieg vorbeiziehen. Die Fürther stehen wie zuletzt am zweiten Spieltag über den Abstiegsrängen.


Narey und Steininger treffen für Greuther Fürth

Die erste große Chance im Derby hatten die Gäste. Fabian Reese, die Leihgabe vom FC Schalke, ließ gleich mehrere Nürnberger stehen. Sein Schuss aus mehr als 20 Metern ging aber am FCN-Tor vorbei (7.).

Der Nürnberger Team von Trainer Michael Köllner hatte danach zwar mehr Offensivaktionen als die Fürther, aber richtig gefährlich war es nicht. Einen Freistoß von Eduard Löwen parierte Torhüter Sascha Burchert sicher (11.), ein Schuss von Kevin Möhwald wurde abgeblockt (27.) Symptomatisch für die Angriffsbemühungen des Clubs war eine Szene kurz vor dem Pausenpfiff: Irgendwie kam der Ball zu Federico Palacios, der bedrängt dann doch klar verzog.
Nach der höhepunktarmen ersten Hälfte nahm das Duell der beiden Traditionsclubs im Max-Morlock-Stadion mehr Fahrt auf und Fürth bejubelte das 1:0. Nach einem langen Ball von Maximilian Wittek setzte sich Narey im Luftduell gegen Löwen durch. An seinen Aufsetzer aus der Drehung kam FCN-Keeper Fabian Bredlow nicht mehr heran und sah bei seiner Abwehraktion nicht gut aus.

Danach verpasste Fürth gegen den verunsicherten Tabellenführer die Vorentscheidung. Nach einer Hereingabe von Narey hätten die Gäste fast auf 2:0 erhöht, doch Nürnbergs Startelfdebütant Alexander Fuchs rettete gerade noch gegen zwei Fürther (56.). Nach einem Solo von Narey schoss Roberto Hilbert aus rund zehn Metern freistehend weit über das Tor (64.).

Wie schon beim 0:0 gegen Bochum enttäuschte der FCN offensiv, das Fehlen von Torjäger Mikael Ishak war nicht aufzufangen. Köllners Aufstellung mit Fuchs und Adam Zrelak in der Startelf brachte nicht den erhofften Erfolg. Dazu musste Palacios angeschlagen raus.

Trotzdem wären die Gastgeber doch noch fast zum Ausgleich gekommen. Nach einer Flanke von Tim Leibold köpfte der eingewechselte Tobias Werner den Ball über das Tor. Der FCN riskierte mehr und mehr, zum Lucky Punch reichte es nicht mehr. Bredlow bewahrte seine Mannschaft zunächst vor dem 0:2 (88.), aber bei Steiningers Auftritt war er dann auch machtlos.


Polizei meldet keine Komplikationen vor Spielbeginn

Das Spiel hatte ohne Komplikationen begonnen. Dies teilte ein Sprecher der Polizei kurz nach Spielbeginn mit. Die Trennung der beiden Fanblöcke habe gut funktioniert. Auch in der Halbzeitpause wurde darauf geachtet, dass sich die Fans nicht in die Quere kommen. "Nach dem Spiel bleiben wir direkt an den beiden Fanblöcken dran", sagte der Sprecher.

Die Polizei schätzte das Derby im Vorlauf wie gewohnt als "Spiel mit hohem Risiko" ein und ist daher mit mehr Kräften vor Ort als bei gewöhnlichen Partien. Die Beamten rechneten mit mehr als 2700 Fürther Fans, die sich auf den kurzen Weg über die Stadtgrenze ins Nürnberger Max-Morlock-Stadion machen werden.