Es ist wieder so weit: Zum 260. Mal treffen die fränkischen Lokal-Rivalen 1. FC Nürnberg und Greuther aufeinander. Ein Spieler steht dabei im Brennpunkt, Club-Kicker Zoltán Stieber, der war einst schon aufseiten der Greuther und erlebte ein Aufeinandertreffen im Jahr 2012 mit, das torlos endete. Im Interview spricht er über seine Erfahrungen beim Club und was er sich vom Derby verspricht.

Seit 17. Januar sind Sie beim Club. Haben Sie sich in den knapp sechs Wochen gut in Nürnberg eingelebt?
Zoltán Stieber: Ja, ganz gut. Ich kenne die Gegend ja bereits von meiner Zeit in Fürth. Ich habe hier auch noch viele Freunde, das passt schon.

Wie war die Aufnahme im Team des Clubs?
Ich merke bei meinen bisherigen Einsätzen, dass mir noch immer Spielpraxis fehlt. Aber ich mache Fortschritte und genau das ist wichtig für mich. Die Jungs sind gut drauf und helfen mir viel. Vor allem Kapitän Miso Brecko ist für mich ein wichtiger Ansprechpartner.

Bekommen Sie die Zeit, dass Sie sich akklimatisieren können? Schließlich müssen Sie nach dem Abgang von Alessandro Schöpf eine große Lücke schließen.
Ich merke, dass es immer besser wird. Auch im Training mit der Mannschaft spüre ich eine Entwicklung. Hoffentlich kann ich bald dem Team auf dem Platz in den Ligaspielen mit Vorlagen oder Toren helfen. Ich brauche genau solche Aktionen und Erfolgsgefühle, um so Selbstbewusstsein für Dribblings oder Pässe zu bekommen.

Wie sehr schmerzt es, dass Sie gegen Düsseldorf nur auf der Bank saßen?
Natürlich bin ich sehr enttäuscht, denn ich bin zum Club gekommen, um zu spielen. Aber ich werde weiter Gas geben und versuche, mich im Training anzubieten und aufzudrängen.

Wo gibt es für Sie Nachholbedarf?
Es ist eben nicht leicht, zu einer eingespielten Mannschaft zu wechseln und sofort die Laufwege all meiner Mitspieler zu kennen. Genauso muss sich die Mannschaft auch an meinen Stil gewöhnen. Es braucht viel Training, um solche Automatismen einzustudieren. Ein gutes Spiel hilft in solch einer Situation viel. Das gibt Selbstsicherheit, um auch außergewöhnliche Dinge auf dem Platz zu wagen.





Sie haben eine interessante Vorgeschichte und spielten früher für den Lokalrivalen Greuther Fürth. Haben Sie noch Kontakte zu dem Team oder ruhen diese während des fränkischen Klassikers?
Zu ein paar Spielern wie Zlatko Tripic habe ich noch Kontakt. Aber viele Mannschaftskollegen von damals haben den Verein verlassen. Ich bin mir sicher, dass das Derby auf jeden Fall interessant sein wird. Eines habe ich ja schon auf Fürther Seite im Jahr 2012 erlebt, das leider torlos 0:0 endete.

Ihr Wunschergebnis für Freitag?
Auf jeden Fall ein Sieg für den Club, die Höhe ist mir egal. Hauptsache wir holen drei Punkte. Am liebsten auch gerne mit einem Treffer von mir.
Wo liegen die Stärken bei den Fürthern?
Ich habe mir die Begegnung gegen den FSV Frankfurt angesehen, als Fürth gewann. Da waren ganz sehenswerte Kombinationen dabei. Die Fürther legen viel Wert auf schnelles Passspiel. Dazu ist ihr Stürmer Sebastian Freis in einer guten Verfassung. Wir müssen jede Begegnung konzentriert angehen. Egal, ob es ein Derby ist oder nicht.

Sie betonen oft, dass Ihr Vater Ihr größtes Vorbild ist. Was hat er Ihnen mit gegeben?
Unsere Familie ist enorm vom Fußball geprägt. Mein Vater spielte früher selbst und jetzt ist er Trainer in Ungarn und auch meine Brüder kickten alle. Vater sagte uns immer: Habt Spaß. Das beherzige ich bis heute. Ich höre mir auch heute noch seine Meinung an. Obwohl er weiß, dass ich alt genug bin, eigene Entscheidungen zu treffen.
Der Club hat ja zurzeit einen guten Lauf. Wohin führt die Reise am Ende der Saison? Geht es hoch in Richtung Bundesliga?
Das werde ich häufiger gefragt. Wir müssen uns als Mannschaft immer auf das nächste Spiel konzentrieren und das Optimale herausholen. Jeder aus der Mannschaft will natürlich in der Bundesliga spielen. Doch bis dahin gilt es, noch möglichst viele Punkte bis zum Ende der Runde zu holen.

Das Gespräch führte
Peter Groscurth
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