Wie immer war früher alles einfacher: Für die Bundesrepublik und ihre Verbündeten saß der Feind im Osten, und für Nürnberg saß er in Fürth - oder umgekehrt. Im Fußball war deshalb für jeden Franken klar: Derby, das heißt "Glubb gegen Fädd". Der 1. FC und die SpVgg waren und sind unangefochten die traditionsreichsten und erfolgreichsten fränkische Fußballvereine.

Selbst mehrfacher Deutscher Meister waren beide Clubs. In Fürth war das allerdings noch früher als früher, also noch bevor es die Bundesrepublik und deren Feind im Osten gab. In Nürnberg wiederum erinnert man sich sehr zwiespältig an die letzte Meisterschaft im Kalten-Kriegs-Jahr 1968: Nachdem der Club diese gewonnen hatte, stieg er im Jahr darauf prompt ab. Immerhin hat das bisher auch noch kein anderer Verein geschafft.

In dieser Saison ist nun alles etwas anders. Aus gesamtfränkischer Sicht erfreulich, mischt inzwischen ein dritter Verein im Profifußball mit. Die Würzburger Kickers marschierten von der Regionalliga in die zweite Liga und grüßen von Platz 2. Am Wochenende gewannen sie in Fürth 3:0. Auf dieses Frankenderby folgt am Dienstag ein fränkisches Kellerderby. In Würzburg träumen die Verantwortlichen übrigens schon von der Bundesliga. Früher, ja früher, da hätten sie in Nürnberg und Fürth darüber nur gelacht...