Lang ist es her, dass der 1. FC Nürnberg, Schlusslicht der Bundesliga, einen dreifachen Punktgewinn feierte: Am 29. September des vergangenen Jahres holte er einen 3:0-Heimsieg gegen Mitaufsteiger Fortuna Düsseldorf. Die Torschützen hießen Hanno Behrens, Mikael Ishak und Federico Palacios - und der Club wähnte sich nach dem 6. Spieltag auf einem guten Weg. Doch seit diesem 3:0 wartet der Club auf den dritten "Dreier".

Am Samstag (18.30 Uhr) geht es für die Nürnberger (18. Platz) erneut gegen Fortuna Düsseldorf (12.) - diesmal in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Um im Rennen um den Ligaverbleib Boden gut zu machen, wäre ein Erfolg von herausragender Bedeutung - zumal die Konkurrenz knifflige Aufgaben bewältigen muss: So bekommt es Hannover 96 (17.) mit der auf Europapokal-Kurs liegenden Eintracht Frankfurt (7.) zu tun. Der VfB Stuttgart (16.), der den schlechtesten Abwehrverbund stellt, gastiert bei Werder Bremen (10.), und der FC Augsburg (15.), der trotz der Verpflichtung von Co-Trainer Jens Lehmann nicht vom Fleck kommt, reist zum SC Freiburg (13.).

Leibold und das gute Omen

Dass der Club nach dem Trainerwechsel von Michael Köllner zu Boris Schommers einen Schritt nach vorne gemacht hat, wurde gegen Borussia Dortmund deutlich: Im Montagsspiel hatte der Ligaletzte dem Tabellenführer ein torloses Unentschieden abgetrotzt.

Anschließend erklärte Innenverteidiger Lukas Mühl, dass der neue Chef-Trainer "uns gut eingestellt hat". Zu erkennen sei das "an einer anderen Spannung" gewesen. Es sei mehr Freude, mehr Giftigkeit und mehr Aggressivität zu sehen gewesen.

In Düsseldorf wird es darum gehen, den Aufwärtstrend fortzusetzen. Mühl jedenfalls ist guter Dinge. Das Remis sei gut für das Selbstvertrauen gewesen, gab er zu Protokoll. Und schob direkt nach, dass "wir mit breiter Brust nach Düsseldorf gehen". Teamkollege Tim Leibold äußerte sich ähnlich. Etwas breitere Brust? Ja. Und ja: Düsseldorf sei schlagbar. Aber: Es werde ein schweres Spiel. Als gutes Omen wertete der Außenverteidiger, dass der Club das bislang letzte Gastspiel in Düsseldorf, damals noch in der zweien Liga, gewonnen habe.

"Können den Abstand ausbauen"

Allerdings gehen die Franken - trotz der jüngsten Düsseldorfer 0:2-Niederlage bei Bayer Leverkusen - als Außenseiter in die Partie. Schließlich hat sich die Fortuna, die mit 25 Punkten auf dem zwölften Platz liegt, nach dem Trainer-Wirrwarr um Friedhelm Funkel ein komfortables Polster auf die Abstiegsränge erarbeitet. Im Falle eines Erfolges gegen den 1. FC Nürnberg hätte der Verein vom Niederrhein beste Chancen auf den Klassenerhalt.

Kaan Ayhan, der gegen Leverkusen gelbgesperrt war, sagte der Rheinischen Post, dass "drei Punkte sehr wichtig wären". Damit könne man nicht nur die Tabellenposition halten, sondern den Abstand nach unten ausbauen. Der Abwehr-Stratege, der mit seinem Siegtreffer am letzten Zweitliga-Spieltag der Vorsaison den Nürnbergern die Meisterschaft weggeschnappt hatte, nennt neben der Revanche für das 0:3 einen weiteren, wichtigeren Aspekt: "Wir können auch verhindern, dass in Nürnberg die Hoffnung wächst, noch einmal in Fahrt zu kommen."

Margreitter und Goden fehlen

Gegen den Club kann Fortuna-Trainer Funkel zudem wieder auf Leistungsträger Kevin Stöger zurückgreifen. Der Mittelfeld-Motor musste in Leverkusen ebenfalls gelbgesperrt zusehen. Nicht dabei sein werden Rechtsverteidiger Jean Zimmer (Außenbandriss im rechten Sprunggelenk) und Defensivspezialist Adam Bodzek (Faserriss in der Bauchmuskulatur). Beim 1. FC Nürnberg sind bis auf die verletzten Kevin Goden und Georg Margreitter alle Spieler einsatzfähig.

Damit die 147 Tage währende Durststrecke ohne dreifachen Punktgewinn für den 1. FC Nürnberg am Samstag endet, "müssen wir mit derselben Intensität und mit dem genau gleichen Willen wie gegen Dortmund spielen", sagt FCN-Abwehrspieler Enrico Valentini und gibt damit - fast schon in Trainermanier - das Credo für das Duell der Aufsteiger vor.