Wieder und wieder mussten Anhänger des Zweitligisten 1. FC Nürnberg zuletzt vertraute Namen aus ihrem Gedächtnis streichen.

Da der Club, der am Sonntag um 13.30 Uhr mit einem Heimspiel gegen Dynamo Dresden in die Rückrunde startet, als Neunter ein ganzes Stück von der Aufstiegsregion entfernt ist und Millionenschulden tilgen muss, verlassen Fußballer in schöner Regelmäßigkeit gegen die Zahlung von Ablösesummen den Verein. So in den letzten Jahren Niklas Stark, Alessandro Schöpf, Niclas Füllkrug und zuletzt Guido Burgstaller, der seit der Winterpause beim Bundesligisten Schalke 04 unter Vertrag steht. "Ohne ihn fehlen 14 Tore", merkte FCN-Trainer Alois Schwartz mit Blick auf Burgstallers Trefferquote in der Hinrunde an.


Der Trainer ist zurückhaltend, was die Rückrunde angeht

Deshalb ist Schwartz auch zurückhaltend, wenn er seine Ziele für die Rückrunde formuliert, und lenkt den Blick auf den Rückstand seines Teams zur Aufstiegsregion: "Es sind sieben Punkte. Wir brauchen einen guten Start, dann sehen wir, was möglich ist." Neben Burgstaller gibt es weitere Akteure, die nicht mehr dabei sind, auch wenn der Coach deren Verlust verschmerzen zu können scheint: Enis Alushi wurde nach Israel verliehen, Jakub Sylvestrs Vertrag gerade an diesem Freitag aufgelöst und Willi Eseev zum Training im U-21-Team geschickt. Ob bis zum Transferschluss am Dienstag noch neues Personal auftaucht, ist fraglich.

So wird die Lücke, die Burgstaller hinterlassen hat, wohl mit Kräften aus dem eigenen Reservoir geschlossen werden. Etwa mit dem Slowenen Tim Matavz, der in der Hinrunde wegen Verletzungsproblemen unter seinen Möglichkeiten geblieben war. Oder mit dem 20-jährigen Marokkaner Abdelhamid Sabiri aus der eigenen Reserve, der beim jüngsten 3:1-Testspielsieg über Drittligist Aalen auf der Burgstaller-Position überzeugte.


Neuzugänge von Rang und Namen dürften eher zur neuen Saison kommen. So wird Rechtsverteidiger Enrico Valentini vom Karlsruher SC, der in unmittelbarer Nachbarschaft zum FCN-Trainingsgelände aufgewachsen ist, als heißer Kandidat für die Saison 2017/18 gehandelt. Oder auch Stürmer Andrew Wooten von des Trainers Ex-Verein SV Sandhausen. Zurückkommen wird auch Kevin Kutschke. Zunächst einmal am Sonntag im Trikot von Dynamo Dresden, denn der Angreifer ist vom FCN bis zum Saisonende an die Sachsen ausgeliehen. Sollte der 28-Jährige seinen bisher sechs Saisontoren weitere hinzufügen, könnte dies die Club-Verantwortlichen dazu bewegen, Kutschke im Sommer zurückzuholen. Uli Sommerkorn