Trotz einer komfortablen Führung hat der 1. FC Nürnberg gegen Aufstiegsaspirant VfB Stuttgart eine bittere Niederlage erlitten. Die Mannschaft von Trainer Michael Köllner musste am Samstag in der 2. Fußball-Bundesliga trotz eines 2:0 zur Halbzeit ein schmerzhaftes 2:3 hinnehmen. Nach der vierten Niederlage in den vergangenen sieben Partien rutscht der "Club" auf Platz neun der Tabelle ab.

Hanno Behrens (25.) und Cedric Teuchert (33.) mit seinem dritten Tor nacheinander hatten die Nürnberger vor 44 098 Zuschauern in Führung geschossen. Simon Terodde (47. Foulelfmeter) mit seinem 21. Saisontor, der frühere Nürnberger Daniel Ginczek (50.) und kurz vor Schluss der eingewechselte Florian Klein (90.+1) besorgten den vierten Sieg der Schwaben nacheinander.

Köllner nahm gleich fünf Änderungen in seiner Anfangsformation vor. Während Abwehrchef Georg Margreitter aus privaten Gründen fehlte, durfte im Angriff Teuchert erstmals in der Startelf ran.


Stuttgart hatte mehr Spielanteile

Den Stuttgartern gehörte die Anfangsphase. Die Mannschaft von Trainer Hannes Wolf hatte die deutlich höheren Spielanteile, entwickelte jedoch keinen Zug zum Tor. Die Nürnberger zogen sich indes weit zurück und setzten auf Konter sowie Standards. Nach einer Ecke von Patrick Kammerbauer (10.) zwang Behrens VfB-Schlussmann Mitch Langerak erstmals zu einer Parade.

Die Deckung der Schwaben erwies sich als anfällig - und die Offensive der Franken effektiv. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß von Teuchert überraschte Behrens den VfB mit der Führung. Kurz darauf tauchte Edgar Salli alleine vor Langerak auf, verpasste im Eins-gegen-eins jedoch das 2:0. Teuchert machte es dann besser. Nach einem Ballverlust von Alexandru Maxim setzte der 20-Jährige zu einem Lauf über mehr als 60 Meter an und schloss erfolgreich ab.

Lange genießen konnten die Nürnberger ihre komfortable Führung aber nicht. Innerhalb von nur drei Minuten stellten die Stuttgarter den schmeichelhaften Ausgleich her. Nach einem ungeschickten Foul von Lukas Mühl an Terodde ließ sich der Stürmer selbst mit einem Elfmeter nicht die Chance zum Anschluss entgehen. Kurz darauf sorgte der zur Halbzeit eingewechselte Ginczek für Nürnberger Ernüchterung.

Der "Club" war vorübergehend angeschlagen, wollte sich aber keineswegs verstecken. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Mit einem Kopfball prüfte Eduard Löwen (62.) Schlussmann Langerak, der zur Ecke ablenkte. Dann waren auch Salli (67.) und Behrens (68.) nicht treffsicher. Das späte 2:3 durch Klein war schließlich ganz bitter für die Nürnberger.