Sind Sie jetzt ein glücklicher Mensch Herr Hupe?" Ein Journalist richtete gestern während einer Pressekonferenz die Frage an den Nürnberger Flughafenchef. Zuvor war den Medienvertretern von Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) und Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) mitgeteilt worden, dass die Stadt Nürnberg und der Freistaat Bayern als Flughafengesellschafter dem Airport mit einer kräftigen Finanzspritze unter die Arme greifen wollten.

Hupe reagierte eher verhalten. Wies darauf hin, dass jetzt das operative Geschäft ebenso erleichtert werde wie dringend notwendige Investitionen in den weiteren Ausbau. Der Finanzminister interpretierte Hupes Hinweise eindeutig als ein "er ist glücklich."

Der Freistaat und die Stadt Nürnberg wollen dem derzeit noch mit rund 120 Millionen Euro verschuldeten Nürnberger Flughafen mit Zuschüssen und einem Darlehen in Höhe von 70 Millionen Euro finanziell wieder Luft verschaffen. Sowohl Söder als auch Maly machten in ihren kurzen Statements deutlich, dass es den Gesellschaftern vor allem darum geht, den Airport endlich aus den Negativschlagzeilen zu bringen.

Deshalb will man flankierend zum Geldzufluss eine Marketingoffensive starten, deren Kern mit dem "Albrecht-Dürer-Airport" auch ein neuer Name für den Flughafen sein wird. Söder begründete diese spezielle Namensgebung damit, dass es sich bei Albrecht Dürer um den wohl bekanntesten Franken zwischen Moskau und New York handle.

Zusätzlich zu den in einer ersten Tranche bereits zugesagten Mitteln in Höhe von 40 Millionen Euro greifen jetzt der Freistaat und Nürnberg erneut in ihre Schatullen. Mit weiteren 40 Millionen Euro, von denen Bayern und die Kommune jeweils 20 Millionen übernehmen, soll eine Teilentschuldung des Flughafens erfolgen. Weitere 30 Millionen Euro werden als Darlehen gewährt und dienen notwendigen Investitionsmaßnahmen.


Keine Gesundschrumpfung

Minister Söder machte gegenüber den Pressevertretern auch deutlich, was er auf keinen Fall will. "Eine Gesundschrumpfung kommt nicht in Frage. Genauso wenig eine Fusion mit München." Auch wenn, das räumte er ein, die Lage zwischen den beiden größten deutschen Flughäfen Frankfurt und München die Arbeit für einen Regionalflughafen wie Nürnberg nicht unbedingt erleichtere.

Umso wichtiger sei es, in diesem Umfeld durch verstärkte Marketingaktivitäten auf sich aufmerksam zu machen. Der Freistaat stelle hierfür gesondert 500.000 Euro zur Verfügung. Der Minister machte deutlich, dass die vorgesehene Hilfe EU-konform und in beihilfe rechtlicher Hinsicht unproblematisch sei. Weil man auch in Brüssel um die Probleme der Regionalflughäfen wisse. Im Staatshaushalt seien die benötigten Mittel bereits fest eingestellt. Nürnbergs OB Maly musste zur Finanzierung der Flughafenhilfe die für solche Fälle eigens angelegte Rücklage anpacken und zusätzlich Haushaltsreste aus den Jahren 2013 und 2014 zusammenkratzen. Dem Stadtrat gegenüber konnte Maly den Griff in die Stadtkasse damit begründen, dass der Flughafen operativ gesund arbeite und die Passagierzahlen lediglich im Umsteigerbereich aufgrund des Wegfalls des Drehkreuzes von Air Berlin zurückgegangen seien.


Es kann wieder investiert werden

Flughafenchef Hupe hat jetzt wieder Luft für Investitionen. Sowie der neue Sicherheitsbereich fertig gestellt sei, will man Maßnahmen im Non-Aviation-Bereich in Angriff nehmen. Ein Supermarkt ist als erstes vorgesehen.
Nicht nur die beiden großen Gesellschafter Freistaat und Stadt Nürnberg, auch die Mitarbeiter würden wieder zur Konsolidierung der Wirtschaftslage des Nürnberger Airports beitragen, hieß es. In den nächsten beiden Jahren werden die Mitarbeiter auf einen Teil der ihnen tariflich zustehenden Gehaltserhöhungen verzichten.