Nürnberg
Übergriff auf Schulweg

Nürnberg: Fremder Mann packt Mädchen (8) auf Schulweg - Mutter in Angst

Marina M. aus Nürnberg hat große Angst: Am Mittwochmorgen packte ein fremder Mann ihre achtjährige Tochter auf dem Schulweg und wollte sie mitnehmen. Jetzt ermittelt die Polizei.
Nach Übergriff in Nürnberg: Mutter Marina hat Angst um ihre Tochter. Symbolfoto: Britta Pedersen/dpa

  • Übergriff in Nürnberg: Fremder Mann packt achtjähriges Mädchen auf Schulweg
  • Kind wehrt sich mit einem Tritt und Schreien und kann so Angreifer entkommen
  • Mutter Marina macht sich große Sorgen: "Das Horror-Szenario geht mir nicht aus dem Kopf“
  • Polizei läuft nun vermehrt Streife in der Nürnberger Südstadt

Es ist die Albtraum-Vorstellung für alle Eltern: Auf dem Schulweg wurde am Mittwochmorgen (19.02.2020) ein achtjähriges* Mädchen von einem fremden Mann gepackt. Zum Glück habe sich ihre Tochter daraufhin genau richtig verhalten, sagt ihre Mutter Marina M.

Kurzer Weg zur Schule: Kinder in Gruppe unterwegs

Die Achtjährige hat nur einen kurzen Weg zu ihrer Grundschule, der Kopernikusschule in Nürnberg. Nur rund 300 bis 400 Meter trennen ihr Zuhause vom Schulgebäude, und dennoch wurde sie offenbar von einem fremden Mann angegangen.

Mutter Marina erzählt inFranken.de, was passiert ist: Das Mädchen war am Mittwochmorgen nicht allein unterwegs. Gegen 8.45 Uhr ging sie mit zwei Jungen die Schuckertstraße in Nürnberg entlang, die beiden Jungs waren etwas voraus und überquerten eine Kreuzung. Dann schaltete die Fußgängerampel auf Rot. Die Achtjährige blieb stehen, dann kann plötzlich ein fremder Mann auf sie zu.

Mädchen wehrt sich gegen Mann: "Nein, lass mich!"

Der Unbekannte habe sie gepackt und gesagt: "Stopp, du gehst jetzt mit!", sagt ihre Mutter. Das Mädchen habe sofort geschrien: "Nein, lass mich!"

Und dann habe sie mit dem Knie gegen den Oberschenkel des Mannes getreten. Daraufhin sei sie weinend über die Straße gelaufen, der Angreifer sei davongerannt.

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Was hinter dem Vorfall steckt, ist unklar. "Es ist eine sehr belebte Straße, auf der jeden Morgen Hunderte Kinder laufen", erklärt Marina. "Dem Täter hätte doch bewusst sein müssen, dass es viele Zeugen gibt."

Kopernikusschule in Nürnberg warnt Eltern

Noch am selben Tag gab die Kopernikusschule in Nürnberg eine Warnung an die Eltern heraus. In dem Schreiben vom Mittwoch (19.02.2020) heißt es:

"Wichtig! Sehr geehrte Eltern, heute wurde auf dem Weg in die Schule ein Kind von einem fremden Mann angesprochen und aufgefordert, mit dem Mann zu gehen. Die Polizei ist informiert.

Bitte sprechen Sie eindringlich mit Ihrem Kind darüber, wie es sich in solchen Fällen verhalten soll. Am besten gehen Kinder in einer Gruppe den Schulweg."- Kopernikusschule in Nürnberg

Weiterer Vorfall an Nürnberger Holzgartenschule? Polizei nennt Schilderung "haltlos"

Am Donnerstag bestätigt die Polizei gegenüber inFranken.de die aktuellen Ermittlungen zum Vorfall an der Kopernikusschule. Auf Facebook kursieren mittlerweile sogar Gerüchte, dass es in den vergangenen Wochen eine Häufung gegeben, dass ein Unbekannter immer wieder Kinder angesprochen hätte. Dem widerspricht die Polizei vehement. Sie kann keine derartige Häufung feststellen, erklärt die Polizei auch am Freitag (21.02.2020). Die Schilderung von einem Vorfall an der Holzgartenschule in Nürnberg hat sich darüber hinaus als "haltlos" herausgestellt, erklärt sie inFranken.de.

Die Polizei appelliert an die Eltern, nicht in "Panik zu geraten". Derartige Meldungen gebe es immer mal wieder, die genauen Umstände zum Vorfall an der Kopernikusschule seien noch unklar. Sicherheitshalber patrouillieren aber nun vermehrt Streifen der Polizei und der Sicherheitswacht in der Nürnberger Südstadt.

Tochter soll nur noch mit Erwachsenen in Schule gehen

Seit dem Übergriff hat Mutter Marina große Angst um ihre beiden Kinder. Neben dem achtjährigen Mädchen hat sie noch einen fünfjährigen Sohn. Das Mädchen sei auch bereits zuvor nicht allein in die Schule gegangen. Entweder sei sie mit Erwachsenen oder in einer Gruppe mit anderen Kindern in die Schule gegangen.

Von nun an soll sie nur noch in Begleitung anderer Eltern in die Schule gehen, sagt Marina. Sie habe bereits mit den Müttern in ihrem Haus gesprochen, sie möchten sich nun an wöchentlich abwechseln. "Auch wenn es mir leidtut: Sie geht vorerst keinen Meter mehr allein."

Mädchen betet für die Sicherheit der anderen Kinder

"Das Horror-Szenario geht mir nicht aus dem Kopf", sagt Marina. Sie hätte nie gedacht, dass ihr Kind zu einem Opfer werden könnte. Gleichzeitig ist sie aber auch sehr stolz auf ihre Tochter. "Mit ihrer Gegenwehr hat sie sich genau richtig verhalten", sagt sie. Gestern Abend habe ihre Tochter für die anderen Kinder gebeten, sagt ihre Mutter: "dafür, dass alle anderen Kinder beschützt werden."

* Die Polizei berichtete am Donnerstag (20.02.2020) von einem zwölfjährigen Mädchen. Diese Angabe wurde mittlerweile auf Nachfrage korrigiert. Es ist acht Jahre alt. Wir bitten, diesen Fehler in unserer ersten Meldung zu entschuldigen.