Vor einer besonderen Herausforderung stand eine Steife der Bundespolizei am Nürnberger Hauptbahnhof am Mittwochnachmittag: Nachdem Eltern ihre zwei Kleinkinder für eine Stunde in einem Café zurückgelassen hatten, versorgten die Beamten die Kinder. Dabei wurden sie tatkräftig von Reisenden unterstützt.

Mitarbeiter des Cafés im Nürnberger Hauptbahnhof informierten gegen 14 Uhr die Bundespolizei, dass sich auf der Galerie zwei kleine Kinder befinden sollen. Als die Streife eintraf, saß an einem Tisch ein etwa sechsjähriges Mädchen mit einem schreienden etwa einjährigen Säugling. Von den Eltern fehlte jede Spur. "Ausgeprägter und strenger Geruch beim Baby deutete zudem auf ein Malheur hin", heißt es im Polizeibericht. Kurzerhand kaufte eine reisende Mutter Windeln in einer Drogerie und nahm einen Bundespolizisten in Beschlag. Gemeinsam säuberten und wickelten sie den Säugling auf einem Tisch. In der Zwischenzeit sprach ein arabisch sprechender Passant mit der Sechsjährigen und fand heraus, dass die Kinder mit ihren Eltern in einer Flüchtlingsunterkunft wohnhaft sind. Zudem händigte das Mädchen den Beamten Papiere ihrer Eltern aus.

Als schließlich die 26-jährige Mutter und der 24-jährige Vater eintrafen, stellte sich heraus, dass sie ihre Kinder etwa eine Stunde allein im Hauptbahnhof zurückgelassen hatten. Eindringlich belehrten die Beamten die Eltern, dass sie Kleinkinder auf keinen Fall unbeaufsichtigt lassen dürfen. Anschließend konnte die Familie ihre Reise fortsetzen.

Die Bundespolizei bedankt sich im Namen der eingesetzten Beamten bei der überaus couragierten Frau und dem hilfsbereiten, arabisch sprechenden Reisenden.