Drogen, Alkohol, Trennung: Die Gründe, warum Kinder in Pflegefamilien kommen, sind vielfältig.

Die "Rummelsberger Diakonie" in Nürnberg versucht, circa 25 Kinder zu vermitteln. Dass das nicht immer einfach ist, berichtet die Diakonie gegenüber inFranken.de. Ihre Hintergrund-Geschichten bereiten den Kindern meist Schwierigkeiten.

Alkohol, Drogen und Trennung - so schwierig sind die Hintergründe der Kinder

Die Kinder müssen viel verarbeiten. Alkohol- und Drogen-Missbrauch kommen in ihren Familien überdurchschnittlich oft vor, so die Diakonie. Auch eine Trennung der Eltern ohne Einigung über das Sorgerecht zählt häufig zu den Gründen, warum Kinder zur Diakonie kommen. Die Kinder bekommen oft die Streitigkeiten der Eltern mit - und teilweise sogar ab.

Frühe Schwangerschaft: Eltern sind oftmals zu jung, um sich um die Kinder zu kümmern

Viele Eltern sind auch einfach zu jung und möchten erst ihre Ausbildung abschließen oder sehen sich (noch) nicht in der Lage, ein Kind zu versorgen. In diesen Fällen kommt auf die Kinder eine besonders schwere Zeit zu, da sie meist nur für einen gewissen Zeitraum in die Obhut der Pflegeeltern gegeben werden.

In der Regel sind das ein bis drei Jahre. Anschließend folgt eine Umgewöhnungsphase, in der das Kind langsam wieder in seine ursprüngliche Familie integriert wird. Der Kontakt zu den Pflegeeltern wird aber meist gehalten, da sich eine starke Bindung entwickeln hat.

Barrierefreiheit: Erschwerte Vermittlung durch Behinderungen

Viele Kinder, die die Diakonie vermitteln möchte, haben eine Behinderung. Bei einer körperlichen Behinderung ist die Vermittlung oft noch schwieriger, da die Pflegeeltern barrierefreie Wohnräume besitzen müssen. Außerdem brauchen diese Kinder mehr Fürsorge.

Von den Pflegeeltern zurück in die Diakonie - Kinder brauchen dauerhafte Bleibe

Dass Pflegeeltern komplett überfordert sind mit den Kindern, kommt laut Diakonie eher selten vor. Trotzdem kann es passieren, dass Eltern die Kinder zurückgeben. In solchen Fällen wird versucht, besonders schnell an neue Pflegeeltern zu vermitteln.

Dennoch ist der ständige Wechsel zwischen Familien schwer. Die Diakonie will dauerhafte Bleiben für Kinder finden. Auch deswegen ist der Kennenlern-Prozess langwierig und die zukünftigen Pflegeeltern werden genauestens geprüft.

Ausbruch aus den Pflegefamilien: Oft ist die Pubertät der Auslöser

Oft sind aber nicht die Pflegeeltern an der Rückkehr der Kinder in die Diakonie beteiligt. Gerade in der Pubertät realisieren viele Jugendliche ihre Situation.

In dieser Zeit der Identitätsfindung wollen manche Jugendliche dann bewusst aus den Familien ausbrechen. Für diese Fälle werden andere Betreuungsmöglichkeiten gesucht, wie zum Beispiel Wohngruppen. Ziel ist aber immer, die Jugendlichen auf die Selbstständigkeit vorzubereiten.

Formale Anforderungen zu erfüllen genügt nicht - das sollten zukünftige Pflegeeltern mitbringen

Jedes Kind hat individuelle Anforderungen. Neben den formalen Kriterien, die die Eltern erfüllen müssen, wie zum Beispiel finanzielle Unabhängigkeit vom Pflegegeld, keine Einträge im erweiterten Führungszeugnis, genügend Zeit und Platz, muss auf jedes Kind auch individuell eingegangen werden.

Ob sich Paare als Pflegeeltern eigenen, wird in mehreren Gesprächen klar. Hierbei wird konkret gefragt, was sich die Familien vorstellen, leisten zu können.

Diakonie unterstützt die Pflegeeltern während der Pflege

Auch während der Pflege erhalten die Eltern immer wieder Unterstützung von der Diakonie. Es gibt einen Hilfeplan für jede Familie und in Gesprächen werden immer wieder Ziele und Fortschritte überprüft beziehungsweise aktualisiert. Durch die häufige Beobachtung wird versucht zu verhindern, dass Pflegeeltern in Schwierigkeiten kommen und Kinder neu vermittelt werden müssen.

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