Die Waren hatten einen Wert von etwa 90.000 Euro: Ein 29-jähriger Mann aus Schwarzenbruck (Lkrs.
Nürnberger Land) steht in dringendem Verdacht, seit Ende 2016 eine Vielzahl von betrügerischen Online-Bestellungen getätigt zu haben. Das teilt die Polizei mit.

Das Fachkommissariat für Cybercrime bei der Kriminalpolizei Schwabach kam dem mutmaßlichen Betrüger nun auf die Schliche.


Wegen anderer Straftat ermittelt

Ausgangpunkt für die Ermittlungen der Kriminalpolizei Schwabach war eine Wohnungsdurchsuchung, die Beamte der Polizeiinspektion Altdorf im März 2017 bei dem Tatverdächtigen durchgeführt hatten.
Die Polizisten hatten gegen den ehemaligen Angestellten eines Paketzentrums wegen des Verdachts des Diebstahls ermittelt. Im Rahmen der Durchsuchung stießen die Beamten jedoch auch auf Belege für Onlinebestellungen, die unter fremden Personalien abgeschlossen worden waren.


Gehackte Kunden-Daten

Aufgrund dieser Verdachtsmomente stellte man entsprechende Notizen, Sendungsnachweise sowie das Mobiltelefon des 29-Jährigen sicher und wertete diese aus. Die Cyber-Ermittler konnten schließlich nachvollziehen, dass der mutmaßliche Betrüger für seine Taten anonyme E-Mail-Adressen, fremde Personalien oder die Daten aus gehackten Kunden-Accounts verwendete. Die hierbei bestellten Waren ließ sich der 29-Jährige anschließend wahlweise an eine Packstation oder an Briefkästen leerstehender Gebäude liefern.

Insgesamt trugen die Ermittler Beweise dafür zusammen, dass der Tatverdächtige in mindestens 220 Fällen in betrügerischer Absicht Warenbestellungen bei Online-Anbietern durchgeführt hatte. Auch zahlreiche Betrugsfälle aus dem Raum Altdorf, in denen bis zu diesem Zeitpunkt gegen unbekannt ermittelt wurde, konnten dem mutmaßlichen Online-Betrüger in diesem Zusammenhang zugeordnet werden. Der Gesamtwert der bestellten Waren beträgt etwa 90.000 Euro.