In diesem Jahr gab es bei angenehmen Temperaturen samt Badespaß und Biergarten ein Stelldichein echter Rocklegenden. Ian Anderson brachte am Tag seines 66. Geburtstags mit seiner neuen Band einen umjubelten Reigen seiner besten Songs von Jethro Tull zu Gehör und streute dabei auch zeitkritische Neukompositionen ein, wie "Banker Bets, Banker Wins" als Beitrag zur Finanzkrise.
Der Mann, der der Rockmusik die Flötentöne beibrachte, wirbelt noch immer auf einem Bein tanzend wie ein Derwisch über die Bühne. Nicht nachgelassen hat auch der Bandgründer und Mastermind von Uriah Heep, Ken Hensley, der mit seiner neu formierten Band Live Fire in einem Vorgriff auf sein im Herbst erscheinendes Solo-Album Neuland betrat.
Auf der wabernden Hammond B3 Orgel und an der akustischen Gitarre intonierte der 67-jährige Musiker mit der unverwechselbaren Stimme aber auch Heep-Klassiker, wie seine berühmte "Lady In Black". Der älteste im Reigen der Musiker am Brombachsee war der 71-jährige Shouter Roger Chapman mit seiner Band Shortlist samt dem Original-Gitarristen Geoff Whitehorn und Saxophonisten Nic Payn.
Nach anfänglichem Hadern mit dem Sound lief er zur Höchtform auf und schmetterte seinen unvergleichlichen Funk-Blues "Shadow On The Wall" über den See. Da waren die Hooters aus Philadelphia, deren Sänger Eric Bazilian eben erst 60 wurde, geradezu die Joungsters bei diesem Open Air der Rock-Urgesteine. Mit ihrem Lagerfeuer-Sound beschlossen sie nach herrlichem Sonnenuntergang "Five Hundred Miles" weit weg von Zuhause den Rock-historischen Sommertag am Brombachsee, samt entspannter Bootsfahrt für die Fans zwischendrin.