Altdorf bei Nürnberg
Milbenbefall

Krätze-Ausbruch in Altdorfer Kindereinrichtungen: Experte verrät, wer besonders gefährdet ist

In Altdorf bei Nürnberg ist die Krätze ausgebrochen. Betroffen sind verschiedene Einrichtungen für Kinder. Auch Erwachsene sind infiziert. Enge Kontaktpersonen müssen ebenfalls behandelt werden, rät ein Experte.
In Altdorf ist in mehreren Kindereinrichtungen die Krätze ausgebrochen. Eltern und enge Kontaktpersonen sollten besonders aufpassen. Symbolfoto: Christian Charisius/dpa

In mehreren Kindereinrichtungen in Altdorf bei Nürnberg gab es in den vergangenen Tagen Krätzevorfälle. Neben erwachsenen Angestellten seien auch Kinder betroffen, wie Dr. Uwe Drochner vom Gesundheitsamt Nürnberger Land gegenüber inFranken.de bestätigt. Kontaktpersonen müssen präventiv behandelt werden.

10 Fälle in Altdorfer Einrichtungen gemeldet: Krätze breitet sich aus

2019 wurden dem Gesundheitsamt Nürnberger Land 27 Fälle mitgeteilt. Meldepflichtig sind nur Krätze-Fälle innerhalb von Gemeinschaftseinrichtungen. 2020 wurden bislang zehn Fälle bekannt. Betroffen sind offenbar eine Mittagsbetreuung und noch andere Einrichtungen für Kinder.

Ausmaß der Fälle unbekannt: Ansteckung durch engen Hautkontakt

"In den Räumlichkeiten an sich besteht gar keine so hohe Ansteckungsgefahr", erklärt Drochner. Aufpassen müsse man bei engem Hautkontakt - vor allem Familienmitglieder seien ansteckungsgefährdet.

Über das genaue Ausmaß der Krätzefälle konnte das Gesundheitsamt keine Aussage treffen: "Die Krankheit ist nur in Gemeinschaftseinrichtungen meldepflichtig. Deswegen gibt es die Möglichkeit, dass die Kinder infizierter Eltern weiterhin die Kita besuchen, ohne dass jemand davon weiß", sagt Drochner.

Schwierige Diagnose: So verläuft die Krankheit

Ohnehin ist es schwierig, den genauen Ansteckungszeitpunkt rauszufinden: Die Inkubationszeit kann bis zu vier Wochen dauern. Erst dann treten die ersten Symptome wie Juckreiz auf. Mit der Zeit intensivieren sich die Symptome.

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Bei der Krätze bauen sich die weiblichen Milben Tunnel unter der Haut, in denen sie ihre Eier ablegen. Die männlichen Milben sind nur für die Befruchtung zuständig und sterben anschließend an der Hautoberfläche ab.

Krätze-Behandlung: Auch enge Kontaktpersonen müssen sich eincremen

Die Behandlung erfolgt mit einer Salbe. Diese muss eigentlich nur einmal aufgetragen werden, über Nacht einziehen und dann wieder abgewaschen werden. Dr. Uwe Drochner vom Gesundheitsamt empfiehlt gleichwohl eine zweite Behandlung mit der Salbe nach circa zehn Tagen.

Nicht nur Betroffene sollen behandelt werden: Auch enge Kontaktpersonen, wie Familienmitglieder, sollten sich präventiv mit einer Salbe eincremen.