Die am Dienstag in Nürnberg vom Zoll geretteten Welpen waren viel zu jung für einen Transport. "Wie die gründlichen Untersuchungen gezeigt haben, sind einige der Tiere gerade mal vier Wochen alt", schrieb das Tierheim am Mittwoch auf seiner Internetseite. Normalerweise sollte ein Hundewelpe mindestens doppelt so alt sein, wenn er von seiner Mutter getrennt wird. Etwa die Malteser und Yorkshire Terrier aus dem Transport seien so jung, dass noch nicht einmal alle Milchzähne durchgekommen seien. Zollbeamte hatten am Vortag einen Welpentransport aus Osteuropa überprüft und 77 Tiere sichergestellt.

Der Zustand der Tiere sei teilweise gut, bei einigen jedoch auch "recht kritisch". Viele der ganz kleinen Welpen hätten das Fressen eingestellt und würden mühevoll zugefüttert. Einige Tiere seien "wahnsinnig ängstlich und verschreckt". Unter den Hunden waren unter anderem Staffordshire Bullterrier, Beagle, Malteser, Yorkshire Terrier und Golden Retriever.

Tierschützer fordern EU-weite Kennzeichnungspflicht

Nach Angaben der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" sollten die Tiere aus der Slowakei nach Spanien gebracht und dort verkauft werden. Erst am Wochenende habe die Polizei einen illegalen Transport mit 27 Hundewelpen und zehn Katzenbabys auf der Autobahn 6 bei Feucht entdeckt. Um den illegalen Welpenhandel zu stoppen, fordern die Tierschützer eine EU-weite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Hunde. "Die aktuellen Fälle machen deutlich, dass die skrupellosen Händler von Anzeigen und Strafen nicht abgeschreckt werden. Der Profit bei einem Transport von 77 Welpen geht in die Zehntausende von Euro", sagte Martina Stephany von "Vier Pfoten".

Weil die Tiere zu früh von ihren Müttern getrennt und meistens nicht geimpft würden, sterben viele nach Angaben der Tierschützer bereits nach kurzer Zeit. "Dieser Ausfall ist einkalkuliert und wird durch die immensen Gewinnspannen wieder ausgeglichen." Die oft im Internet angebotenen "Billig-Welpen" seien in der Regel krank und traumatisiert.