Was macht das Marsmännchen, das die Erde besucht und dringende Bedürfnisse verspürt? Es trinkt aus der Kloschüssel und pinkelt in die Küche!

Dieser Kalauer überspitzt eine Situation, die wirklich jeden Lebensmittelkontrolleur in jeder privaten Küche nach Luft schnappen lassen würde. In einer penibel geputzten und desinfizierten deutschen Durchschnittstoilette findet man etwa 100 Keime pro Quadratzentimeter; am Spüllappen in der Küche sind es zigtausend.

Das soll kein Freibrief für Schlamperei in der Gastronomie sein. Im Gegenteil. Wohl noch nie lag die Messlatte so hoch wie heute, und das ist gut so. Die Pinkelrinne neben dem Hühnerstall hinter der Küche klingt zwar nach guter alter Kneipen-Zeit, aber speisen möchte da heute keiner mehr. Allerdings muss sich der Gesetzgeber gut überlegen, wie er die vielen gut gemeinten Vorschriften überwachen will.

Vor allem aber sollte der Verbraucher darüber nachdenken, dass das billige Riesenschnitzel seinen Preis hat. Das fängt bei der Tierhaltung an und hört bei der überforderten Bedienung mit dem 400-Euro-Job auf. Gutes Essen hat seinen Preis. Der Kunde hat es in der Hand.