Das Landgericht Nürnberg-Fürth verurteilte den Mann am Mittwoch wegen versuchten Mordes zu sieben Jahren und einem Monat Haft. Nach Auffassung des Gerichts warf der Mann vor einem Jahr auf dem Weg zum Franken-Derby nach Fürth absichtlich den Feuerlöscher aus dem eingeschlagenen Fenster der fahrenden U-Bahn heraus auf den entgegenkommenden Zug.

Die Richterin sprach von einer "kaum zu übertreffenden Gleichgültigkeit." Die U-Bahn-Fahrerin hatte ausgesagt, der Mann habe beim Werfen des Feuerlöschers direkt in ihre Richtung geschaut. Der Club-Fan hatte den Wurf zugegeben. Nach seiner Darstellung wollte er den Feuerlöscher aber nicht gezielt gegen die andere U-Bahn werfen, sondern einen Weg neben den Gleisen treffen. Die Verteidigung forderte deswegen nur eine Bewährungsstrafe wegen fahrlässiger Körperverletzung. 

Das Gericht ging mit dem Urteil noch über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus, die sieben Jahre Haft gefordert hatte.

In seinem Plädoyer hatte der Staatsanwalt zuvor betont, es handle sich um keinen alltäglichen Fall von Fan-Kriminalität. Der 24-Jährige soll vor einem Jahr im Vorfeld des Franken-Derbys zwischen Greuther Fürth und dem Club einen Feuerlöscher aus Stahl auf die Frontscheibe einer aus Fürth kommenden U-Bahn geworfen und die Fahrerin so in Lebensgefahr gebracht haben. Sie erlitt einen Schock und Schnittverletzungen im Gesicht und an den Armen.
dpa