Der Freistaat habe die Verhandlungen über den Ankauf abgesagt, teilte die Immobilienentwicklungsgesellschaft MIB mit. "AEG war zu klein und zu teuer. Für den großen Wurf braucht es einfach mehr Platz", erklärte Finanzminister Markus Söder (CSU) am Freitag und bestätigte das Aus für die Pläne.

Auf dem rund 170,000 Quadratmeter großen ehemaligen Areal des Elektrokonzerns AEG sollten vor allem technologie-orientierte Fachrichtungen der Universität Erlangen-Nürnberg untergebracht werden, die bislang auf viele Standorte verteilt sind. Bis zu 5000 Studien- und 850 Arbeitsplätze waren geplant.

Söder hatte zusammen mit Kultusminister Ludwig Spaenle und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) die Campus-Vision im September 2014 vorgestellt. Söder sprach damals von einer "historischen Weichenstellung". Spaenle sah die Chance, "einen neuen High-Tech-Universitätsstandort zu etablieren".

Die SPD in Nürnberg kritisierte umgehend das überraschende Aus. "Das Ergebnis ist eine Blamage für die CSU-Staatsregierung und ein herber Rückschlag für den Nürnberger Westen. Anders kann man die gescheiterte Hochschulansiedlung auf AEG nicht kommentieren", kritisierte Thorsten Brehm, Vorsitzender der Nürnberg-SPD.