In dem als Mulitkulti-Stadtteil bekannten Gostenhof standen sich laut Polizeimeldung am Sonntag rund 650 Anhänger und Gegner der AfD gegenüber.
Nach der Kundgebung feierte die AfD in dem Gasthaus zum Unmut der Gegner wohl auch das gute Abschneiden der Partei bei den drei Landtagswahlen. Besonders in den sozialen Medien tobt seit der "AfD-Wahlparty" ein "Shitstorm" gegen die "Lederer Kulturbrauerei".


Der Wirt wehrt sich

"Schämt euch. Wer Nazis bedient, hat die Pleite verdient", hat beispielsweise eine Frau auf den Facebookseiten des Gasthofs geschrieben. Der Wirt wehrt sich gegen die Kritik. "Die AfD vertritt nicht meine politische Meinung", sagte Karl Krestel von der Pächterfamilie gegenüber den Nürnberger Nachrichten. Gleichzeitig sei er politisch nicht einseitig, gab der in Nürnberg als "Promi-Wirt" bekannte "Charly" Krestel zu bedenken. Nach Rücksprache mit der Tucher-Brauerei habe er einen Nebenraum für die AfD reserviert. Man sei "politisch neutral", sagte Kai Eschenbacher, Sprecher der Nürnberger Tucher-Brauerei.

Die Kundenbewertungen für den Brauereigasthof mit Biergarten sind freilich trotzdem im Keller. "Ich werde dieses Nazi-Lokal nicht mehr besuchen. Es ist eine Frechheit, das Ledererbräu die Rassisten von der sogenannten AfD willkommen heißt", bewertete Titus Schüller, ein Nürnberger Stadtrat der Linken, das Lokal. Mittlerweile wird Krestel, der vor etwas mehr als einem Jahr wegen Steuerhinterziehung in die Schlagzeilen geriet, sogar persönlich angegriffen und teilweise beschimpft.


Kritik an der Kritik

Zuvor hatten die Kunden noch den "schönen Biergarten" gelobt. Linken-Stadtrat Schüller forderte via Facebook dazu auf, beim Proteststurm gegen die Kulturbrauerei mitzumachen.
Selbstverständlich regt sich mittlerweile auch Kritik an der Kritik. "Es ist gut neutral zu bleiben und Rückgrat zu zeigen. Lassen Sie sich auch weiterhin nicht von der linken Hetze beeinflussen", heißt es in einer aktuellen Bewertung im Internet.

Die "Allianz gegen Rechtsextremismus", der über 100 Kommunen, Landkreise und Organisationen aus der Metropolregion angehören, stellt sich dagegen auf die Seite der Kritiker des Lokals. Unter der Überschrift "Kein Platz für Rassismus" würden Gasthäuser seit Jahren aufgefordert, ihre Räume nicht an rechte Gruppen zu vermieten. Allerdings räumte Stephan Doll, Geschäftsführer des DGB in Mittelfranken und Vorsitzender der Allianz gegen Rechtsextremismus, ein, dass die Kampagne nicht bei allen Wirten auf Gegenliebe gestoßen sei.